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Stand: Juni 2009


Kinder-Umwelt-Survey

Der Umwelt-Survey ist ein Instrument der gesundheitsbezogenen Umweltbeobachtung, die dazu beiträgt, gesundheitsrelevante Umwelteinflüsse aufzuspüren. An dem vom Umweltbundesamt von 2003 bis 2006 durchgeführten Kinder-Umwelt-Survey (KUS) nahmen 1.800 Jungen und Mädchen im Alter von 3 bis 14 Jahren teil. Kernstück war ein Human-Biomonitoring mit Untersuchungen von Blut und Urin auf Umweltschadstoffe. Das Human-Biomonitoring wurde von einem Innenraum-Monitoring und einer Fragebogenerhebung flankiert. Das Innenraum-Monitoring mit der Analyse von Hausstaub und Raumluft sowie von Trinkwasser diente der Ermittlung von Belastungspfaden und -quellen. Bei einem Teil der Kinder gehörten neben Schadstoffen auch Untersuchungen auf Schimmelpilze und Lärm dazu. Mit der Fragebogenerhebung wurden gesundheitsrelevante Verhaltensweisen und soziodemografische Angaben erfasst. Da die Kinder zugleich am Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des Robert Koch-Institutes teilnahmen, liegen auch ärztliche und weitere labordiagnostische Befunde sowie gesundheitliche Angaben vor. Dadurch ist für jedes Kind ein umfangreicher Datensatz entstanden, der für verschiedene Fragestellungen ausgewertet wird.

Ausgewählte Ergebnisse

Bei den untersuchten Kindern handelt es sich um eine bevölkerungsrepräsentative Stichprobe, die eine Schätzung für die gesamte kindliche Population dieser Altersgruppe in Deutschland erlaubt. Bisher vorliegende Ergebnisse sind auf den Internetseiten des Umweltbundesamtes veröffentlicht. Die Belastung mit Schwermetallen erwies sich erfreulich gering. Dies untermauert den Erfolg umweltpolitischer Maßnahmen. Die Schwermetalle im häuslichen Trinkwasser, die aus Hausinstallationen und Armaturen stammen, haben im Vergleich zu früheren Untersuchungen ebenfalls abgenommen (siehe auch Trink was -Trinkwasser aus dem Hahn). In einigen Gegenden Deutschlands, wo von den Wasserwerken schwach "saures" Wasser abgegeben wird, können Kupferleitungen ein Problem sein. Empfindliche Personen können mit Übelkeit und Reizungen des Magen-Darm-Traktes reagieren.

Anlass zur Besorgnis geben auch Phthalate, deren Stoffwechselprodukte (Metabolite) im Urin fast aller Kinder nachgewiesen wurden. Phthalate haben hormonähnliche Wirkungen ( "Umwelthormone") und können die kindliche Entwicklung beeinträchtigen. Bei anderen Schadstoffen zeigte sich, dass der soziale Status des Kindes einen Einfluss auf das Ausmaß der Belastungen aus der Umwelt haben kann ( Umweltgerechtigkeit). In vielen untersuchten Wohnungen war die Luftqualität zu beanstanden. Die von einer Reihe von Kindern angegebenen Reizungen der Augen und der oberen Atemwege könnten damit zusammenhängen. Ein Teil der Jungen und Mädchen war gegenüber Schimmelpilzen sensibilisiert. Die Kinderzimmer dieser Kinder waren häufiger mit sichtbarem Schimmel befallen als die von nicht sensibilisierten Kindern. Schimmelpilze können eine Allergie auslösen. Auffällig waren ferner die bei 8- bis 14-jährigen Kindern festgestellten dauerhaften Hörverluste. Alles deutet hierbei auch auf lärmbedingte Ursachen hin, wie zum Beispiel auf zu laute Musikabspielgeräte oder Diskotheken.