Fördernehmer: Green Lines Rusova s.r.o.
Vorhaben: Errichtung eines Windparks mit drei Anlagen (Nennleistung je 2,5 MW)

Kurzbeschreibung


Unterzeichnung des Mandatarvertrages für den Windpark Rusová zwischen Bundesumweltminister Jürgen Trittin und dem Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe, Dr. Peter Fleischer, in Gegenwart des Vizeumweltministers der Tschechischen Republik, Tomás Novotný, am 11.07.2005 im BMU Berlin

Die Firma Green Lines Rusova s.r.o.wird im Rahmen des deutsch-tschechischen Umweltschutzpilotprojekts "Windpark Rusová" auf dem Berg Lysa Hora bei Rusová (Erzgebirge) ca. 7 km von der tschechisch-deutschen Grenze entfernt einen Windpark mit drei Anlagen errichten. Es sollen Anlagen mit insgesamt 7,5 MW (2,5 MW je Anlage) in einer Höhenlage (ca. 800 m u. NN) installiert werden. Die Windkraftanlagen werden ihren Strom in das Netz der "Severoceská energetíka" einspeisen. Die Einspeisezusage des Netzbetreibers sieht vor, dass der Park mit maximal 6,0 MW betrieben wird. Der Betreiber rechnet mit einem Jahresenergieertrag von 12.094 MWh.

Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 6,7 Mio. EUR (davon: 0,135 Mio. eigene Mittel, 2,0 Mio. BMU-Zuschuss, 4,565 Mio. Hausbankkredit).

Ein besonderes Problem des Standortes ist die Frosthäufigkeit und die daraus resultierende häufige Gefahr eines Eisansatzes auf den Rotorblättern. Die Windkraftanlagen werden daher mit neuartigen Eissensoren zur Betriebsoptimierung und Gefahrenminderung ausgestattet. Weitere Innovationen des Projekts sind Klebefolien zum Erosionsschutz der Rotorblätter und der Einsatz eines neu entwickelten Hochleistungsgetriebeöls, das die Ölwechselintervalle verlängert und den Verschleiß des Getriebes reduziert. Diese Maßnahmen erhöhen langfristig auch die Energieerträge der Anlagen. Zur Erhöhung der Sicherheit soll zudem eine Nachtkennzeichnung in Form einer Befeuerung des jeweils höchsten Rotorblatts erstmals großtechnisch zum Einsatz kommen. Die Anlagen sind auch besonders geräuscharm.

Eine Informationshütte soll in der Nähe des Standortes über den Windpark informieren. Sie wird neben Schautafeln auch eine Anzeige des erzeugten Stroms und der vermiedenen Kohlendioxidemissionen enthalten. In Absprache mit den benachbarten Gemeinden sollen Führungen durch ausgebildetes Personal ermöglicht werden.
Unter Berücksichtigung des Energiemixes der konventionellen Kraftwerke in der Tschechischen Republik können die folgenden Emissionen vermieden werden:

Schwefeldioxid
85,8 t / a
Stickoxide
33,9 t / a
Kohlenmonoxid
10,9 t / a
Kohlendioxid
10.663 t / a
Staub
2,2 t / a

Die Errichtung der Windkraftanlagen soll im Frühjahr 2006 abgeschlossen sein.