Fördernehmer: Green Lines s.r.o.
Vorhaben: Errichtung eines Windparks mit drei Anlagen (Nennleistung je 600 kW)
Kurzbeschreibung
Die Firma Green Lines s.r.o. hat im Rahmen des deutsch-tschechischen Umweltschutzpilotprojekts "Windpark Loucná /Wiesenthal" in der Nähe der tschechischen Gemeinde Loucná im Erzgebirge (ca. 2 km von der tschechisch-deutschen Grenze entfernt) einen Windpark mit drei Anlagen (Nennleistung je 600 kW) errichtet. Auf der Basis eines standortbezogenen Windgutachtens der Akademie der Wissenschaften in Prag sowie der Daten des nur 5 km entfernt liegenden deutschen Windparks "Jöhstadt" rechnet der Investor mit einem Jahresenergieertrag von über 4.000 MWh. Obwohl der Standort aufgrund der Windverhältnisse auch für größere Anlagen geeignet wäre, hat sich Green Lines s.r.o. aus infrastrukturellen Gründen für eine Beschränkung auf insgesamt 1.800 kW Nennleistung entschieden. Die Aufnahme einer höheren Leistung in das örtliche Netz wäre mit unzumutbar hohen Kosten verbunden gewesen, da der Windpark an einem Endpunkt des Elektrizitätsnetzes errichtet wurde, der keine höhere Leistung aufnehmen kann. Die Kosten für eine Verstärkung des Netzes hätten das Gesamtvorhaben unrentabel gemacht. Gleichwohl vermeiden diese Windkraftanlagen über ihre Lebensdauer betrachtet rund 50.000 Tonnen CO2-Emissionen.
Der Investor hat einen Vorvertrag über die Einspeisung von Strom aus dem geplanten Windpark mit den Nordböhmischen Energiewerken AG abgeschlossen. Die Einspeisevergütung wurde auf 3 CZK/kWh (0,094 /kWh) für das erste Jahr festgelegt. Die Höhe der Einspeisevergütung für die Folgejahre ist noch auszuhandeln. Ein Gesetz über erneuerbare Energien wird in der Tschechischen Republik voraussichtlich in Kürze in Kraft treten. Die Hausbank HBV CZ (gehört zur Hypo Vereinsbank- Gruppe) hatte ermittelt, das die Einspeisevergütung für den Windpark in Loucná mindestens 2,5 CZK/kWh betragen muss, um das Vorhaben wirtschaftlich darstellen zu können.
Die Errichtung des Windparks wurde im September 2004 erfolgreich abgeschlossen. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rd. 2,7 Mio. (davon: 0,2 Mio. eigene Mittel, 0,8 Mio. BMU-Zuschuss, 1,7 Mio. Hausbankkredit).
Aufgrund der in der Tschechischen Republik bisher fehlenden längerfristigen Regelung für eine Einspeisevergütung für aus Windenergie erzeugten Strom, steckt die Windenergienutzung dort noch "in den Kinderschuhen". Mit dem gemeinsamen deutsch-tschechischen Umweltschutzpilotprojekt "Windpark Loucná /Wiesenthal" sollte deshalb ein Beitrag zur Förderung der erneuerbaren Energien in Tschechien und damit zum praktischen und zukunftsorientierten Klimaschutz geleistet werden.
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