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Projekt abgeschlossen


Fördernehmer: Papierfabrik Palm GmbH + Co. KG

Vorhaben: Nanofiltration mit Konzentratbehandlung


Kurzbeschreibung

Am Produktionsstandort Eltmann, wo die Papierfabrik Palm seit 1994 Telefonbuch- und Zeitungsdruckpapier aus 100 % Altpapier herstellt, soll als Erweiterung der bisher betriebenen mechanisch-biologischen Abwasserreinigung für einen Abwasserteilstrom eine weitergehende Reinigung mittels Nanofiltration eingeführt werden. Hierdurch soll die Abwasserfracht der abgeleiteten Produktionsabwässer weiter reduziert und der bei der Produktion benötigte Frischwasserbedarf vermindert werden. Das nach der mechanisch-biologischen Abwasserreinigung abgezogene Klarwasser wird zunächst in einem Sandfilter filtriert, zur Feinfiltration wird dann ein Abwasserteilstrom aus dem gefilterten Ablauf der Sandfilteranlage über eine Nanofiltration mit Membranfiltern geleitet. Die Nanofiltrationsanlage wird für eine Wassermenge von 195 m3/h ausgelegt und soll den Chemischen Sauerstoffbedarf (CSB) des zugeleiteten Abwassers um 55 %, d.h. von 314 mg/l in ihrem Zulauf auf 140 mg/l vermindern. Die Behandlung des Konzentratabwassers aus der Nanofiltration erfolgt mittels chemischer Fällung durch Zugabe von Kalkmilch. Angestrebt wird hierbei eine CSB-Ausfällung von mindestens 25 %. Der abgezogene Kalkschlamm wird entwässert, getrocknet und der Zementindustrie zugeführt.

Die von der Papierfabrik Palm konzipierte, erweiterte Abwasserbehandlungsanlage unterschreitet mit einer angestrebten CSB-Fracht von 2 kg CSB/t Papier deutlich die in der 19. Abwasserverwaltungsvorschrift Teil B festgelegten Grenzwerte (5 kg CSB/t Papier). Neben der CSB-Fracht können auch die Einleitwerte Biochemischer Sauerstoffbedarf, Stickstoff gesamt, Phosphor gesamt und AOX weiter reduziert werden. Durch die verbesserte Abwasserreinigung wird ferner die Möglichkeit geschaffen, gereinigtes und filtriertes Abwasser verstärkt wieder in den Produktionskreislauf zurückzuführen. Liegt der Frischwasserverbrauch in der Papierindustrie üblicherweise zwischen 8 und 15 m3/t Papier, soll durch das Vorhaben der Papierfabrik Palm die eingesetzte Frischwassermenge auf 5 m3/t Papier vermindert werden.

Die Nanofiltration von mechanisch-biologisch vorgereinigtem Abwasser eines altpapieraufbereitenden Zeitungsdruckpapierherstellers zur weiteren Verbesserung der Abwasserqualität stellt eine Neuentwicklung dar. Bei erfolgreichem Abschluss des Vorhabens sind zahlreiche Übertragungsmöglichkeiten auf andere Abwasserbehandlungsanlagen gegeben.