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Projekt abgeschlossen


Fördernehmer: RWG Ruhr-Wasserwirtschafts-Gesellschaft mbH Essen Nordrhein-Westfalen

Vorhaben: Neubau einer Anlage zur chemisch-physikalisch-biologischen Behandlung von Sonderabfällen aus der metallverarbeitenden Industrie


Kurzbeschreibung

Die RWG Ruhr-Wasserwirtschafts-Gesellschaft mbH plant am Standort Iserlohn / Nordrhein-Westfalen die Errichtung einer Zentralen Entsorgungsanlage (ZEA).

Ziel des Vorhabens ist es, einerseits die Inhaltsstoffe der Abfälle zu regenerieren, um diese als Rohstoffe wieder dem Wirtschaftskreislauf zuzuführen, andererseits Abfälle so aufzubereiten, dass sie weitgehend einer stofflichen Verwertung zugeführt werden können. Die Beseitigung von Abfällen auf Sonderabfalldeponien soll dadurch weitgehend entfallen können.
Die angelieferten Abfälle werden in sieben Teilanlagen, sogenannten Verwertungsmodulen, zunächst chemisch-physikalisch behandelt:

Modul 1: Verwertung von Chromsäure
Modul 2: Verwertung von alkalischen Entfettungen, Emulsionen und Kühlschmiermitteln
Modul 3: Verwertung von cyanidischen Abfallstoffen
Modul 4: Verwertung von sauren metallhaltigen Abfallstoffen
Modul 5: Verwertung von sauren/alkalischen Mischbeizen
Modul 6: Verwertung von Eisenbeizen
Modul 7: Verwertung von metallhaltigen Dünnschlämmen

In den Modulen 1, 3 und 5 findet vorrangig eine stoffliche Wiedergewinnung statt. Dabei soll der Einsatz von Betriebschemikalien auf ein Minimum reduziert werden, was neben der Ressourcenschonung eine Reduzierung des zu beseitigenden Restabfalls zur Folge hat.
In allen Modulen werden die Abfälle getrennt nach ihren Inhaltsstoffen angenommen, gelagert und anschließend so behandelt, dass die Erzeugung sortenreiner Metallhydroxidschlämme ermöglicht wird. Dabei erfolgt das Absetzen dieser Metallhydroxide in Schlammeindickern. Die Dünnschlämme werden in Kammerfilterpressen entwässert. Die metallhaltigen Filterkuchenschlämme werden der Verwertung in Hüttenwerken zugeführt.
Die Klarphase aus dem Modul 2 ist organisch (teilweise mit schwerabbaubarem CSB), die aus Modul 4 durch harte Komplexbildner und die aus dem Modul 5 zum Teil mit Stickstoffverbindungen, insbesondere Nitrat, hoch belastet und werden biologisch nachbehandelt.

Nach der damit einhergehenden weitgehenden Stickstoffreduzierung und Elimination der leicht abbaubaren organischen Substanzen werden die schwer abbaubaren organischen Substanzen (CSB und Komplexbildner) einer Ozonierung unterworfen. Durch diese Maßnahme wird die nachgeschaltete kommunale Kläranlage und damit verbunden der Vorfluter nachhaltig entlastet.

Die Klarphasen der anderen Verwertungsmodule sind organisch schwach belastet, aber salzhaltig und werden chemisch nachbehandelt.

80 % des organischen Abwasseranteils der ZEA wird mit der geplanten Aufbereitungstechnologie im Kreislauf gefahren. Die Restmenge wird in die städtische Kanalisation eingeleitet und in der Kläranlage Iserlohn-Baarbachtal des Ruhrverbandes endbehandelt.

Die geplante Anlage soll weit über den heute üblichen Stand der Technik hinausgehen.