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Kurzinfo Erneuerbare Energien

Warum erneuerbare Energien?

Wind, Wasser, Sonne, Erdwärme und Bioenergie stehen als Energieträger nahezu unendlich zur Verfügung. Im Gegensatz zu den Energieträgern Erdöl, Kohle, Erdgas und Uran ist die Nutzung von erneuerbaren Energieträgern klimafreundlich, sicher, sowie Umwelt und Ressourcen schonend. Das sorgt für mehr Unabhängigkeit von Energieimporten, für mehr Versorgungssicherheit und stärkt die heimische Wirtschaft. Erneuerbare Energien tragen zu einer nachhaltigen Energieversorgung bei, stärken die Innovationskraft und schaffen beständig neue Arbeitsplätze.

Die fossilen Energieträger Öl, Kohle und Gas haben zwei wesentliche Nachteile: sie sind nicht unendlich verfügbar und ihre Verbrennung erzeugt klimaschädliche Emissionen - mit erheblichen Folgeschäden und -kosten. Auch Uran ist endlich. Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist darum nicht nur sinnvoll, sondern gesamtwirtschaftlich auch vorteilhaft. So wurde durch die Nutzung der erneuerbaren Energien im Jahr 2008 in Deutschland die Freisetzung von 109 Mio. t des klimaschädlichen CO2 vermieden.

In Deutschland und der EU sollen erneuerbare Energien deshalb kräftig ausgebaut werden. Entsprechende Anstrengungen werden auch weltweit unternommen; Deutschland setzt sich dafür ein, dass dies weiter intensiviert wird.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) werden Stromnetzbetreiber verpflichtet, Strom aus erneuerbaren Energien vorrangig abzunehmen und dafür einen festgelegten Preis zu zahlen. Die Neufassung des EEG 2009 ist am 1. Januar 2009 in Kraft getreten.

Das EEG ist ein wichtiger Motor beim Ausbau der erneuerbaren Energien im Strombereich. Bis zum Jahr 2020 soll sich der Anteil am gesamten Stromverbrauch auf mindestens 30 % erhöhen und soll danach kontinuierlich gesteigert werden. Im Jahr 2030 soll bereits rund die Hälfte des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien stammen.

Seit der Verabschiedung des Stromeinspeisungsgesetzes im Jahr 1990 hat sich zunächst die Windenergie kräftig entwickelt und die Wasserkraft konnte auf einem hohen Niveau gehalten werden. Mit dem Inkrafttreten des EEG im Jahr 2000 weitete sich der Boom auf die Biomasse und die Photovoltaik aus. Bemerkenswerte Entwicklungen gibt es auch bei der Nutzung der Erdwärme (Geothermie) zur Stromproduktion. Das EEG ist damit zu einem beispielhaften und erfolgreichen Instrument geworden.

Windkraft weiter im Aufwind

Ende des Jahres 2008 standen in Deutschland 20.287 Windräder mit einer Leistung von 23.895 Megawatt zur Stromerzeugung bereit. Damit leistete die Windenergie auch im Jahr 2008 den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Das Potential ist aber noch lange nicht ausgeschöpft, zunehmend werden auch geeignete Standorte in den südlicheren Bundesländern bebaut und kleine Altanlagen werden durch größere neue Anlagen ersetzt (Repowering).

Mit der Errichtung erster Pilotanlagen auf dem Meer sollen künftig auch die großen Windpotenziale auf See erschlossen werden (Offshore-Windenergie).

Wasserkraft

Mit dem Stromeinspeisungsgesetz und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz konnte die Stromerzeugung auf hohem Niveau gehalten werden. Wasserkraftwerke sind eine klimafreundliche Form der Stromerzeugung und haben im Jahr 2008 rund 18 Mio. t CO2 in Deutschland eingespart.

Es gibt noch geeignete Standorte, die für die Reaktivierung von Kleinwasserkraft- anlagen erschlossen werden können. Auch die Modernisierung veralteter Technik in bestehenden Anlagen und teilweise auch der Neubau vor allem an bereits bestehenden Querbauwerken ist ein Thema. Ziel der Bundesregierung ist es, eine Leistungssteigerung der Wasserkraft mit der Verbesserung der Gewässerökologie zu verbinden.

Biomasse

Das EEG fördert auch die Produktion von Strom aus Biomasse. Dies sind nachwachsende Rohstoffe wie zum Beispiel Holz, aber auch pflanzliche und tierische Abfälle. Die Biomasseverordnung von 2001 stellt im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetz klar, welche Stoffe und technischen Verfahren eingesetzt werden können und welche Umweltanforderungen einzuhalten sind. Weitere Maßnahmen wie das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien fördern die verstärkte energetische Nutzung der Biomasse insbesondere für die Wärmebereitstellung.

Zusammen mit Deponie- und Klärgas sowie dem biogenen Anteil der Abfälle wurde auch im Jahr 2008 mit 27 TWh mehr Strom aus Biomasse als aus Wasserkraft produziert. Der Anteil am Bruttostromverbrauch betrug 4,5 %. Der Beitrag der Biomasse zur Wärmebereitstellung betrug 2008 rund 101 TWh und machte damit fast 92 % des Beitrags der erneuerbaren Energien in diesem Bereich aus.

Die Biokraftstoffe mit 3,7 Mio. t im Jahr 2008 deckten 5,9 % des gesamten Kraftstoffbedarfs.

Solarenergie

Als langfristige sichere Energiequelle liefert uns die Sonne jährlich eine Energiemenge, die den Energiebedarf in Deutschland um das etwa 80-fache übersteigt. Möglichkeiten, die Sonnenenergie auch in Deutschland zu nutzen, sind die solarthermische Wärmenutzung durch Sonnenkollektoren, die passive Solarnutzung und die Stromerzeugung mittels Photovoltaik-Anlagen.

Insgesamt waren im Jahr 2008 über 11 Mio. Quadratmeter Kollektorfläche in Deutschland installiert, damit wird die Solarwärme zunehmend genutzt. Mit dem neuen Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG), das am 1. Januar 2009 in Kraft getreten ist, soll in Zukunft mehr Wärme aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen werden. Sonnenenergie, Erd- und Umweltwärme sowie Biomasse eignen sich hierfür besonders gut. Durch die Förderung der erneuerbaren Energien ist auch die Solarstrom-Produktion weiter angewachsen und sorgt für Aufschwung am Arbeitsmarkt.

Geothermie

Die Wärme aus dem Erdinneren kann zur Beheizung von Gebäuden, zur Speisung von Nahwärmenetzen, aber auch zur Stromerzeugung genutzt werden. Über 30 geothermische Anlagen und über 350.000 Heizungswärmepumpen tragen derzeit zur Wärmeversorgung in Deutschland bei.

Der Beitrag der Geothermie zur Stromerzeugung ist gegenwärtig noch nicht bedeutend, in den kommenden Jahren werden aber weitere Anlagen den Betrieb aufnehmen.

Erneuerbare Energien als Wirtschaftsfaktor

Die erneuerbaren Energien werden zunehmend zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in Deutschland. So betrug der gesamte Inlandsumsatz im Jahr 2008 rd. 31 Mrd. €. Der umsatzstärkste Bereich ist hierbei die energetische Nutzung von Biomasse vor der Nutzung von Solarenergie und der Windenergie. Damit verbunden ist auch ein deutlicher Beschäftigungszuwachs. Einem laufenden Forschungsvorhaben des BMU zufolge stieg die Zahl der dem Bereich der erneuerbaren Energien zuzurechnenden Beschäftigten in Deutschland im Jahr 2008 auf rd. 278.000. Gegenüber 2004 mit rd. 160.500 Beschäftigten konnten in nur vier Jahren etwa 117.500 neue Arbeitsplätze geschaffen worden.

Ziele

Der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Bruttostromverbrauch soll im Jahr 2020 mindestens 30 % betragen und danach kontinuierlich erhöht werden.

Der Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten Wärmeversorgung soll im Jahr 2020 14 % betragen. Auch der Anteil der biogenen Kraftstoffe soll bis 2020 auf 12 % (energetisch) ansteigen. Damit soll eine Minderung der Treibhausgasemissionen um 7 % gegenüber dem Einsatz fossiler Kraftstoffe erreicht werden.

Langfristig, d.h. bis Mitte dieses Jahrhunderts, soll rund die Hälfte der Energieversorgung mit erneuerbaren Energien bestritten werden.