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Stand: März 2009


Warum Anpassung an die Folgen des Klimawandels?

Das Klima ändert sich weltweit. Und mit dem Klima ändern sich die Lebensbedingungen der Menschen - auch in Deutschland. Experten rechnen mit weit reichenden Folgen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft, wenn es nicht gelingt, die globale Klimaänderung zumindest in Schranken zu halten. Selbst wenn das ambitionierte EU-Ziel erreicht wird, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf weniger als 2° C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, werden Folgen des Klimawandels auftreten, an die wir uns anpassen müssen.

Eine zeitgemäße Klimapolitik baut deshalb auf zwei Säulen auf: der Vermeidung von Treibhausgasen und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels, die schon heute nicht mehr zu vermeiden sind!

Die deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Am 17. Dezember 2008 hat das Bundeskabinett die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel beschlossen. Diese schafft einen Rahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels in Deutschland. Sie stellt vorrangig den Beitrag des Bundes dar und bietet auf diese Weise eine Orientierung für andere Akteure. Die Strategie gründet sich auf dem Vorsorgeprinzip. Sie legt den Grundstein für einen mittelfristigen Prozess, in dem schrittweise mit den Bundesländern und anderen gesellschaftlichen Gruppen die Risiken des Klimawandels bewertet, der mögliche Handlungsbedarf benannt, die entsprechenden Ziele definiert sowie mögliche Anpassungsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden sollen.

Neben dem aktuellen Kenntnisstand zu den erwarteten Klimaänderungen (weltweit und für Deutschland) und zu den damit verbundenen möglichen Auswirkungen werden für 15 Handlungsfelder und ausgewählte Regionen mögliche Klimafolgen und Handlungsoptionen skizziert. Ferner werden der internationale Kontext und der deutsche Beitrag zur Anpassung in anderen Teilen der Welt umrissen sowie die nächsten Schritte zur Weiterentwicklung der Deutschen Anpassungsstrategie beschrieben.

Risiken vorbeugen, Handlungsoptionen erarbeiten und Anpassungsfähigkeit erhöhen

Ziel der Bundesregierung ist es, einen bundesweiten Handlungsrahmen zu schaffen, um Risiken für die Bevölkerung, der natürlichen Lebensräume und der Volkswirtschaft vorzubeugen. Dieser Rahmen soll es insbesondere den unterschiedlichen Handlungsebenen des Bundes, der Länder, der Kommunen sowie den einzelnen betroffenen Bürgerinnen und Bürgern erleichtern, Betroffenheiten und Anpassungsnotwendigkeiten zu benennen, Handlungsmaßnahmen zu planen und umzusetzen. Werden zum Beispiel Anpassungsaspekte frühzeitig in Planungen einbezogen, können später wirksam werdende Klimakosten vermieden werden.

Anpassung weltweit! Der deutsche Beitrag

Das Thema Anpassung an den Klimawandel hat spätestens mit den Entscheidungen zum Bali-Aktionsplan große Bedeutung für die internationale Klimapolitik gewonnen. Die negativen Auswirkungen des Klimawandels insbesondere in vielen Entwicklungsländern können die Realisierung der Milleniumziele zur Armutsbekämpfung und nachhaltigen Entwicklung erheblich beeinträchtigen.

Deshalb sind die entwicklungspolitischen Strategien, Konzepte und Programme konsequent daraufhin zu überprüfen, ob und inwieweit sie einen Beitrag zur Vermeidung des Klimawandels leisten, hinreichend robust gegenüber den möglichen Auswirkungen des Klimawandels sind oder zu einer Stärkung der Anpassungskapazitäten beitragen (Klimacheck). Darüber hinaus sollen Maßnahmen der Entwicklungspolitik und Ansätze anderer Politikfelder verstärkt auf die Unterstützung von Anpassungsstrategien in den betroffenen Ländern ausgerichtet werden. Deutschland engagiert sich bei der Entwicklung entsprechender Konzepte.

Ziele der Bundesregierung

Als wesentlicher nächster Schritt wird mit den Ländern und anderen gesellschaftlich relevanten Akteuren ein Aktionsplan Anpassung bis zum Frühjahr 2011 erarbeitet werden. Dies wird durch einen breiten Kommunikationsprozess und Initiativen zur Verbesserung der Wissensbasis und der Entscheidungsgrundlagen unterstützt. Bei den internationalen Klimaverhandlungen setzt sie sich dafür ein, dass bei der Klimakonferenz Ende 2009 in Kopenhagen sowohl anspruchsvolle Minderungsziele festgelegt werden als auch richtige Weichenstellungen für eine mit Nachdruck betriebene Anpassung erfolgen. Dies schließt auch ein, geeignete Finanzierungsmechanismen für Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern zu entwickeln.

Beispielhafte Darstellung zur Anpassungsstrategie in Deutschland

Klimatische Wasserbilanz in Deutschland
Abgebildet ist eine Karte der Bundesrepublik Deutschland, auf der die klimatische Wasserbilanz farblich wiedergegeben ist. Das Farbspektrum reicht von tief rot-orange über gelb, grün und schließlich blau-lila. Der rote Bereich bedeutet, dass ein Rückgang der Niederschläge in Millimeter pro Jahr stattgefunden hat und je weiter das Spektrum ins Blaue übergeht, dass eine Zunahme der Niederschläge stattgefunden hat. Auffällig ist, dass im östlichen Teil Deutschlands die Niederschläge signifikant abgenommen haben, um bis zu 100 Millimeter pro Jahr, während der Süden und Westen niederschlagsreicher, um bis zu 1500 bis 2000 Millimeter pro Jahr, geworden ist.

(Quelle: BMU, 2003)

Jahreshöchstabflüsse an den angegebenen Pegeln

Dargestellt sind zwei vergleichende Grafiken, auf denen die Jahreshöchstabflüsse in Kubikmetern pro Sekunde der Flüsse Elbe und Rhein abgebildet sind. Aus den Grafiken wird ersichtlich, dass sich die Jahreshöchstabflüsse an der Elbe (gemessen wurde jeweils der Pegelstand in Dresden) zwischen den Jahren 1860 und 2000 im Mittel von 2000 Kubikmetern pro Sekunde auf etwa 1000 Kubikmetern pro Sekunde halbiert haben. Im Rhein hingegen ist ein signifikanter Anstieg zu verzeichnen. So stiegen die in Köln gemessenen Werte zwischen den Jahren 1900 und 2000 von knapp unter 6000 auf leicht über 7000 Kubikmeter pro Sekunde.

Dargestellt ist eine Grafik, auf der die Temperaturentwicklung zwischen den Jahren 1900 und 2007 abgebildet ist. Auf der Zeitachse sind vier unterschiedliche Linien wiedergegeben. Die dunkelblaue Linie zeigt die Temperatureinzelwerte. Sie schleigt teilweise stark aus. Die magentafarbene Linie zeigt den Temperaturmittelwert zwischen 1961 und 1990. Die orangene Linie zeigt den linearen Trend und die rot gepunktete Linie den polynomischen Trend. Die Grafik verdeutlicht den rapiden Anstieg der Temperaturen, der in den letzten drei Jahrzehnten besonders beschleunigt vorangeschritten ist.

Alle Beispiele aus www.anpassung.net (UBA)


(max. 1300 Zeichen, 1300 Zeichen verbleibend)
Thementage Kultur

18. und 19. Mai 2009, Theater Hebbel am Ufer Berlin

Weitere Informationen

Titelbild: Dem Klimawandel begegnen