Die Arbeitsgemeinschaft Kreislaufwirtschaftsträger Bau (ARGE KWTB) ist eine freiwillige Brancheninitiative, in der sich die am Bau beteiligten Wirtschaftsverbände zusammengeschlossen haben. Ihr übergeordnetes Ziel ist die Förderung der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. 1996 ging die ARGE KWTB gegenüber dem Bundesumweltministerium die Verpflichtung ein, "die Menge der derzeit noch abgelagerten, verwertbaren Bauabfälle bis zum Jahre 2005 zu halbieren".
Konkrete Maßnahmen und Erfolge des Recyclings und der umweltgerechten Verwertung von Bauabfällen werden durch Monitoring-Berichte dokumentiert, die im 2-jährigen Turnus angefertigt und dem Bundesumweltministerium übergeben werden.
Am 04. Juni 2007 legte der KWTB seinen fünften Monitoring-Bericht vor. Er umfasst neben den statistischen Daten des Erhebungsjahres 2004 auch eine zusammenfassende Darstellung der Situation mineralischer Bauabfälle in Deutschland.
Mit der Übergabe dieses Berichtes endet die Selbstverpflichtung (von 1995 bis 2005) der Bauwirtschaft gegenüber der Bundesregierung.
Die Deponierung verwertbarer Bauabfälle ist in den zurückliegenden Jahren drastisch zurückgegangen. Heute werden nur noch ein Zehntel des Bauschutts deponiert (1997 waren es noch 50 %).In der Bundesrepublik fielen im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre jährlich 218 Millionen Tonnen mineralischer Bauabfälle an, die zu zwei Dritteln aus Bodenaushub und zu einem Drittel aus Bauschutt, Straßenaufbruch und Baustellenabfällen bestanden. Während Bodenaushub meist unmittelbar verwertet werden kann, bedürfen rund 70 Prozent der übrigen Fraktionen, das entspricht etwa 50 Millionen Tonnen, der Aufbereitung, um die gewünschten Qualitäten für eine Wiederverwendung herzustellen.
Von den im Jahr 2004 in der Bundesrepublik angefallenen 200,7 Mio. t mineralischen Bauabfällen entfielen 128,3 Mio. t (63,9 %) auf Bodenaushub und 72,4 Mio. t (36,1 %) auf Bauschutt, Straßenaufbruch, Baustellenabfälle und – erstmalig separat geführt – Bauabfälle auf Gipsbasis. Gegenüber dem Vorberichtszeitraum ist die Menge an Bauabfällen der Fraktionen Bauschutt, Straßenaufbruch, Baustellenabfälle und Bauabfälle auf Gipsbasis von 73,0 Mio. t geringfügig um 0,6 Mio. t auf 72,4 Mio. t zurückgegangen. Dieser annähernd konstante Anfall ist insbesondere vor dem Hintergrund des weiterhin stark rückläufigen Index der Bauinvestitionen hervorzuheben. Die weitgehende Abkoppelung des Abfallaufkommens vom Volumen der Bauinvestitionen gibt einen Hinweis darauf, dass sich der Markt der mineralischen Bauabfälle in gewissen Grenzen zu einem selbständigen Wirtschaftssegment entwickelt hat. Von den 72,4 Mio. t mineralischer Bauabfälle wurden 49,6 Mio. t recycelt, was einer Recyclingquote von 68,5 % entspricht. Gegenüber dem Vorberichtszeitraum ist die Quote damit geringfügig um 1,5 % gesunken. Betrachtet man die absoluten Mengen im Vergleich zum Vorberichtszeitraum, ist festzustellen, dass beim Anfall von Bauschutt keine gravierenden Veränderungen zu verzeichnen sind.