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Stand: 01.04.2011

Nigeria: Effiziente Holzsparkocher für Nigeria

Kyoto-Mechanismen - Projekte

Projektinformationen

Projektart: CDM Small Scale

Projektpartner:
Nigeria: DARE (Developmental Association for Renewable Energies)
Deutschland: Lernen-Helfen-Leben e.V. und Atmosfair gGmbH

Kategorie: Energieeffizienz

Projektstandort: 11 Staaten der Guinea-Savannen-Zone, Nigeria

Projektlaufzeit:
10 Jahre (nicht verlängerbar)
12.10.2009 - 11.10.2019

Erwartete Emissionsminderung:
30.000 tCO2e/Jahr

Projektstatus: registriert, in Umsetzung

Projektaktivität

Wie zahlreiche andere Regionen Afrikas ist auch die Savannenzone Nigerias sehr stark von Entwaldung und Versteppung betroffen. Die übermäßige Nutzung von Brennholz zum Kochen stellt eine zentrale Ursache hierfür dar. Ziel des CDM-Projektes "Efficient Fuel Wood Stoves for Nigeria" ist die Minderung des Holzverbrauchs, indem 12.500 effiziente holzbefeuerte Kochersysteme zu einem mit Hilfe von CDM ermäßigten Preis in der Region verkauft werden. Die Kocher eignen sich zum Kochen und Braten von Nahrungsmitteln, zur Erhitzung und Sterilisierung von Wasser sowie zum Backen von Fladenbrot. Die deutsche Nichtregierungsorganisation Lernen - Helfen - Leben e.V. (LHL) hat den Start des Projektes ihres nigerianischen Partners Developmental Association for Renewable Energies (DARE) durch Aufnahme von Krediten und Bürgschaften ermöglicht. Heute erfolgt die Finanzierung durch das deutsche Unternehmen Atmosfair gGmbH in Form von Vorauszahlungen auf die zu erwartenden Emissonsminderungszertifikate (CER's). Atmosfair bestellt und bezahlt die Bauteile bzw. Komponenten sowie den Transport von Deutschland nach Nigeria und den Zoll. In Nigeria werden die Komponenten unter der Verantwortung des nigerianischen Projektpartners DARE zusammengebaut und verkauft. An diversen Orten der Region werden von DARE eigens Verkaufstrainings und Einweisungen zur Verwendung des Holzofens durchgeführt, um eine sachgemäße Benutzung zu gewährleisten. Die Projektkosten im Lande werden durch den Verkauf der Herde bestritten.

Derzeitige Situation und Emissionsminderung

Um ein Projekt im Rahmen des CDM registrieren zu lassen, muss das Vorhaben nachweisen, dass es zu Emissionsreduktionen führt, die zusätzlich zu denen sind, die bei Nichtdurchführung des Projektes erzielt worden wären. Hocheffiziente Kocher mit Einsparpotentialen von 80% sind in Nigeria bisher nicht erhältlich. Bisherige Modelle von Holzsparherden im Lande sind wenig effizient, nicht sehr langlebig und zudem kaum verbreitet.

Ohne CDM-Mittel wäre das Projekt nicht durchführbar. Atmosfair finanziert dies durch freiwillige CO2-Ausgleichszahlungen u. A. von Fluggästen. Die im Projekt erwirtschafteten CER’s gehen an Atmosfair und werden anschließend stillgelegt. Mit CDM kann der Anschaffungspreis eines Kochers für den Nutzer auf rund die Hälfte der tatsächlichen Kosten gesenkt werden. Angesichts der steigenden Preise für Brennholz ist diese Investition, welche häufig in Form von Ratenzahlungen geleistet wird, somit auch für einkommensschwächere nigerianische Haushalte rentabel. Ohne CDM wäre hingegen das Weiterbestehen der bisherigen Situation zu erwarten (sog. Referenz-Szenario).

Diesem Referenzszenario wird die Emissionssituation gegenüber gestellt, die bei Projektdurchführung zu erwarten ist. Die auf dieser Grundlage erstellten Berechnungen ergeben jährliche Emissionsreduktionen von rund 2,7 tCO2e pro Kocher. Über die gesamte Projektlaufzeit bis zum Jahr 2019 werden bei Einsatz von 12.500 Brennholzkochern somit Emissionseinsparungen von etwa 300.000 tCO2e erwartet.

Überprüfung der Emissionsminderungen

Jeder Kocher ist nummeriert. Um sicherzustellen, dass die erwarteten Emissionsminderungen tatsächlich erzielt werden, werden im Rahmen des "monitoring" jährliche Effizienzprüfungen durchgeführt. Dabei werden 3 Kocher aus jeder Lieferung (vintage) bzw. jeden "Altersjahrgangs" beprobt. Dies geschieht in Form der "Wasserkochtests", bei denen nach festem Protokoll die Menge an hölzerner Biomasse ermittelt wird, die benötigt wird, um 6 Liter Wasser zum Kochen zu bringen. Um das Effizienzniveau der eingesetzten Geräte beizubehalten, werden diese im Falle eines Ausfalls oder Diebstahls mit Geräten der gleichen Modellreihe ersetzt.

In jährlich durchgeführten Stichproben wird zudem überprüft, ob die Geräte weiterhin in Betrieb sind. Dabei werden auch Funktionsstörungen festgehalten und sichergestellt, dass die zuvor verwendeten Feuerstellen nicht mehr verwendet werden. Die Kochernummern und Nutzerdaten werden in einer Datenbank festgehalten und mit den bei Auslieferung unterzeichneten Kaufverträgen abgeglichen. Diese Daten werden von der nigerianischen Organisation DARE vierteljährlich an die beiden deutschen Projektpartner geschickt. Die Ergebnisse werden in jährlichen Prüfberichten zusammengefasst und der "Designated Operational Entity" (DOE, hier dem TÜV) vorgelegt. Der TÜV prüft nicht nur nach Aktenlage, sondern auch durch Besuch vor Ort und beantragt anschließend die Zuteilung der errechneten CER’s an den Projektbetreiber DARE. Dieser gibt sie an Atmosfair weiter und tilgt auf diese Weise den ihm von Atmosfair eingeräumten Kredit.

Stand der Projektumsetzung

Die ersten Holzsparöfen wurden im April 2008 ausgeliefert. Nach der erfolgreichen Validierung durch den TÜV Nord und der Genehmigung durch die Deutsche Emissionshandelsstelle im Sommer 2009 wurde das Projekt am 12. Oktober 2009 unter der Nr. 2711 vom CDM-Exekutivrat registriert. Des Weiteren wurde das Projekt am 15. Januar 2010 auch von der Gold Standard-Stiftung registriert. Der Gold Standard ist ein freiwilliges Qualitätssiegel für besonders nachhaltige CDM-Projekte. Auch vom UN-Klimasekretariat wurde das Projekt als eines von 10 Projekten ausgewählt, die einen besonderen Beitrag zur Verbesserung der Lebensumstände der Bevölkerung und zu nachhaltiger Entwicklung leisten, siehe unter cdm.unfccc.int.

Der TÜV Nord hat inzwischen die vom Projekt veranschlagten Emissionsminderungen für die erste Monitoringperiode verifiziert und beim CDM-Exekutivbüro die Zuteilung von CER's beantragt. Am 17.03.2011 hat das EB dem Projekt 1867 CER's entsprechend 1867 Tonnen CO2e zugeteilt. Damit hat das Projekt seine Funktionsfähigkeit bewiesen. Die Menge ist jedoch noch klein, da infolge verzögerter Auslieferung der Container durch den Zoll ein Rückstand gegenüber dem Zeitplan eingetreten ist.

Kontakt:

Florian Zerzawy
atmosfair gGmbH
Zossener Straße 55-58
10961 Berlin
Tel.: 030-627 35 50 21
E-Mail:
zerzawy@atmosfair.de

Dr. Paul Krämer DTPH
Lernen-Helfen-Leben e.V.
Schoppmannweg 6
59494 Soest
Tel.: 02921-80523
E-Mail: info@l-h-l.org

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