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Stand: 15.02.2013

Indien: Social Education and Development Society (SEDS) Biogas CDM Projekt für die arme Landbevölkerung

Projektinformationen

Projektart: CDM Small Scale

Projektpartner:
Indien: Social Education and Development Society (SEDS)   
Deutschland: Evangelischer Entwicklungsdienst (EED)

Kategorie: Energieindustrie (Erneuerbare-/ nicht erneuerbare Quellen)

Projektstandort: 121 Dörfer im Distrikt Anantapur, Indien

Projektlaufzeit:
7 Jahre (verlängerbar)
01.01.2011 – 31.12.2017

Erwartete Emissionsminderung:
15.102 tCO2e/Jahr

Projektstatus: registriert

Projektaktivität

Die Nichtregierungsorganisation (NGO) Social Education and Development Society (SEDS) leitet seit über 30 Jahren Projekte in der süd-indischen Region Anantapur (Bundesstaat: Andhra Pradesh). Zurzeit agiert die SEDS in 128 Dörfern, betreut sowie unterstützt 12.000 Frauen und 980 Selbsthilfegruppen.
Die CDM-Aktivität „Biogas CDM project for the rural poor“ unter der Projektleitung der SEDS beabsichtigt die Installation von 5.000 Biogasanlagen (Kapazität: jeweils 2m3) in 121 Dörfern des Distrikts Anantapur. Der zeitliche Projektablauf sieht vor, dass im ersten Jahr und zweiten Jahr nach der Registrierung jeweils 2.500 Anlagen errichtet und in Betrieb genommen werden sollen.
Jeder Haushalt, der an dem Projekt beteiligt ist, verfügt über ein eigenes Biogaskraftwerk, das für die alltägliche Bereitstellung von Nutzenergie (zum Kochen, Heizen usw.) verfügbar ist. Durch das Hinzufügen von Rinderdung und anderen organischen Abfällen entsteht im Inneren der Anlage aufgrund anaerober Prozesse (ohne Sauerstoff) Biogas, vorwiegend Methan. Das innerhalb der Fermentierung gewonnen und leicht entflammbare Biogas wird über ein Leitungssystem direkt von der Biogasanlage zum Gasherd geleitet und steht dort zum Kochen und Heizen (Flammentemperatur: 870°C) zur Verfügung.
 
Durch das von der SEDS durchgeführte CDM-Projekt entstehen viele Vorteile für die Bevölkerung der 121 beteiligten Dörfer. Die Frauen müssen z.B. keine langen Wege mehr zurücklegen, um Brennholz zu besorgen. Außerdem sind sie nicht wie bei der Befeuerung mit Holz ständiger Rauchentwicklung in der Küche ausgesetzt. Des Weiteren sinkt die Umweltbelastung durch die Verminderung der lokalen Abholzung von Wäldern sowie der Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Für die Konstruktion, Installation sowie Wartung der Biogasanlagen entstehen Arbeitsplätze, die durch lokale Arbeitnehmer besetzt werden können.

Bisherige Situation und Emissionsminderung

Bisher wurde in vielen abgelegenen Dörfern Indiens gewöhnlich Holz als Brennstoff verwendet. Aufgrund der dafür benötigten Abholzung der Wälder und der durch das Verbrennen von Holz entstehenden Freisetzung von klimaschädlichen Gasen entsteht eine starke Klimabelastung.

Mit der Einführung der Biogasanlagen werden nicht erneuerbare Energieträger (z.B. Holz aus Wäldern, die nicht wieder aufgeforstet werden sowie Kerosin) als Brennstoff verdrängt und daraus folgend die Emission von klimaschädlichen Gasen reduziert. Für die erzielte Emissionsminderung entsteht ein Anspruch auf CDM-Emissionszertifikate (Certified Emission Reductions, CER). Zur Berechnung der auszuschüttenden Menge CERs ist ein Vergleichsszenario (Baseline) notwendig, mit dem das CDM-Projekt verglichen wird. Als Baseline wurde die Fortsetzung der bisherigen Situation angenommen, in der Holz als Brennstoff zum Heizen und Kochen Verwendung findet.

Bislang benötigte jeder Haushalt innerhalb des geografischen Bereichs des CDM-Projektes jährlich 3.37t Brennholz sowie die geringfügige Menge von 0,93 Liter Kerosin. Bei einem Projektvolumen von 5.000 Anlagen ergibt das eine Biomassemenge von insgesamt 16.850 t/a, wovon der Anteil der nicht-erneuerbaren Biomasse 90% beträgt. Der Emissionsfaktor des in der Baseline verwendeten fossilen Brennmaterials (Kerosin) beträgt 71,5tCO2/TJ. Ein weiterer wichtiger Faktor zur Ermittlung der Emissionsminderung ist der thermische Energiegehalt (0,015TJ/t) der nicht erneuerbaren Biomasse.

Durch die Multiplikation der vier genannten Einflussfaktoren (16.850t/a * 90% * 0,015 TJ/t * 71,5 tCO2/TJ) ergibt sich ein jährliches Einsparungspotenzial von insgesamt 15.102 tCO2. Damit beträgt die Gesamteinsparung über den ersten Projektzeitraum (1. Januar 2011 – 31. Dezember 2017) 105.716 tCO2.

Die Finanzierung der CDM-Aktivität erfolgt vollständig aus dem Verkauf der CERs (Forward-Finanzierung) auf dem Kohlenstoffmarkt. Hiermit wird gezeigt, dass die Installationen der 5.000 Biogasanlagen außerhalb des CDM nicht realisiert worden wäre, womit die Zusätzlichkeit des Projekts gerechtfertigt ist.

Die überschüssigen Einnahmen werden zu 80% direkt an die Frauen, welche eine Biogasanlage betreiben, weitergeleitet. Die übrigen 20% dienen zur Bezahlung der Mitarbeiter der SEDS sowie zur Kostendeckung möglicher anfallender Reparaturen an den Biogasanlagen. 

Überprüfung der Emissionsminderungen

Das Projekt wird durch die SEDS durchgeführt und überwacht. Zur Überwachung dient ein Monitoringsystem, welches außerdem für die genaue Berechnung der durch das Projekt gewonnen Emissionseinsparungen und der damit auszuschüttenden CERs benötigt wird.
Das Monitoringteam  setzt sich aus einem CDM-Koordinator, 11 Projektarbeitern (1 Datenbankmanager und 10 Außendienstmitarbeiter), einem Wartungsteam sowie einem Team aus freiwilligen Helfern zusammen. In den ersten beiden Jahren bzw. bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Bau aller 5.000 geplanten Anlagen fertiggestellt ist, wird die Installation der Biogasanlagen überwacht und dokumentiert. Nach der Inbetriebnahme eines Biogaskraftwerkes wird dieses täglich durch einen freiwilligen Helfer vor Ort überwacht. Die Daten im „log book“ sowie die in digitaler Form in Datenbanken abgespeicherten Informationen werden regelmäßig durch den CDM-Koordinator überprüft.
Zur Speicherung der täglich gesammelten Daten dient ein digitales System, welches online jederzeit verfügbar ist und eine Echtzeit-Überwachung ermöglicht. Die manuelle Eingabe ist nur autorisierten Personen gestattet, sodass z.B. die Außendienstmitarbeiter nur in den ihnen zugeteilten Anlagen Änderungen vornehmen können.

Alle aufgezeichneten Daten werden bis 2 Jahre nach der letzten Ausschüttungsphase gespeichert. 

Stand der Projektumsetzung

Das Projekt wurde am 9. September 2010 registriert und hat laut dem Project Design Document (PDD) eine Laufzeit von insgesamt 25 Jahren. Derzeit werden 2.112 Biogasanlagen von den Haushalten betrieben und weitere 900 Anlagen befinden sich  zurzeit im Bau. Die erste Verifizierung von Emissionseinsparungen ist für Anfang 2013 vorgesehen.

Kontakt:

Kirsten Gade
Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst
Caroline-Michaelis-Str. 1
10115 Berlin
Deutschland

T +49 (0)30 65211 1751

E-Mail:
Kirsten.Gade@eed.de

URL:
www.brot-fuer-die-Welt.de

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