
Projektart: CDM Large Scale
Projektpartner:
Ägypten: NREA (New and Renewable Energy Authority)
Deutschland: KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau)
Kategorie: Erneuerbare Energien
Projektstandort: Zafarana, Ägypten
Projektlaufzeit:
7 Jahre (verlängerbar)
02.03.2010 - 01.03.2017
Erwartete Emissionsminderung:
171.500 tCO2e/Jahr
Projektstatus: registriert, in Umsetzung
Ägyptens Bevölkerungszahl hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, wodurch auch der Stromverbrauch des nordafrikanischen Landes stark angestiegen ist. Trotz hervorragender Bedingungen für den Einsatz von Wind- und Solarenergie spielen erneuerbare Energiequellen jedoch bisher eine nur untergeordnete Rolle bei der Deckung der steigenden Stromnachfrage, weswegen die Energieversorgung des Landes weiterhin primär auf fossilen Energieträgern beruht. Ein bedeutender Schritt zur stärkeren Etablierung regenerativer Energien und einer nachhaltigen Stromversorgung wurde mit dem CDM Projekt "Zafarana KfW IV Wind Farm Project" gemacht, das die ägyptische New and Renewable Energy Authority (NREA) gemeinsam mit der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) durchführt. Die Anlage befindet sich in einem Wüstengebiet ca. 80 km südlich von Suez und erstreckt sich über eine Fläche von rund 16 Quadratkilometern. Mit einer Gesamtausgangsleistung von ca. 80 MW sollen jährlich ca. 300 GWh in das nationale Stromnetz eingespeist werden. Durch ein Gesamtdarlehen von 74,9 Mio. Euro fungiert die KfW als Hauptkreditgeber des Projektes. Darüber hinaus übernimmt sie den Ankauf der im Rahmen des Projektes erzielten Kohlenstoffzertifikate, welche in den KfW Klimaschutzfonds fließen.
Das große Potential Ägyptens im Bereich der Windenergie wird derzeit nur unzureichend genutzt, was insbesondere auf die geringe Vergütung des Stroms aus Windkraftanlagen zurückzuführen ist. Somit ist es nicht möglich, die Produktionskosten für die Stromerzeugung alleine durch die Einspeisung des Stroms in das nationale Netz zu decken, was zusätzliche Finanzmittel erforderlich macht.
Indem die Windparkanlage in Zafarana als CDM-Projekt geplant und umgesetzt wird, ist das Projekt in der Lage, Kohlenstoffzertifikate zu generieren, welche anschließend auf dem internationalen Kohlenstoffmarkt verkauft werden können. Die Erlöse aus dem Verkauf der Zertifikate dienen dazu, die Rentabilität des Vorhabens nachhaltig zu erhöhen. Ohne diesen zusätzlichen Cash-Flow wäre das Projekt hingegen nicht rentabel und das Projekt hätte nicht umgesetzt werden können. In einem solchen Fall würde der gesamte Strom, welcher bei Projektdurchführung in dem Windpark erzeugt würde, aus bereits bestehenden Kraftwerken sowie durch Kapazitätserweiterungen gedeckt. Dies hätte jährliche Emissionen von 171.500 tCO2e zur Folge, da derzeit über 80% des Stroms aus dem ägyptischen Stromnetz in Gaskraftwerken erzeugt wird. Diese Emissionen können durch die Durchführung des Projekts Zafarana KfW IV verhindert werden.
Für die Sicherstellung der ökologischen Integrität des Projektes ist es von zentraler Bedeutung, dass die Menge des in das nationale Stromnetz eingespeisten Stroms korrekt aufgezeichnet und überprüft wird. Die hierfür notwendigen Daten werden stündlich an der lokalen Einspeisestation erhoben und monatlich in elektronischer Form zusammengetragen. Anschließend werden diese Erhebungen mit den Werten der Verkaufsbelege abgeglichen. Sämtliche dieser Schritte werden von dem ägyptischen Partner NREA wahrgenommen, der die Daten in jährlichen Berichten zusammenträgt. Zudem werden diese Zahlen jährlich von einem durch das UN-Klimasekretariat akkreditierten Zertifizierer überprüft, der nach positiver Prüfung dem UN-Klimasekretariat vorschlägt, die erzielten Emissionsminderungen in Form von Zertifikaten (CERs) auszuschütten.
Das Projekt wurde Ende 2008 von dem Unternehmen JACO CDM validiert. Nachdem die ägyptische Regierung das Projekt im Dezember 2008 genehmigte und auch die Deutsche Emissionshandelsstelle im Mai 2009 ihre Zustimmung zur Projekttätigkeit gegeben hatte, konnte das Projekt im März 2010 vom CDM-Exekutivrat registriert werden. Die erste Ausschüttung von Kohlenstoffzertifikaten wird für das Jahr 2011 erwartet.
Rainer Sünnen,
Prokurist
KfW Bankengruppe
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