- Es gilt das gesprochene Wort. -
Sehr geehrte Frau Hartges,
sehr geehrte Damen und Herren,
es ist eine ausgesprochen hohe Leistung, 5.000 Betriebe aus dem deutschen Gastgewerbe dafür zu gewinnen, sich an einer Energiesparkampagne zu beteiligen. Dieses hochgesteckte Ziel hat der Hotel- und Gaststättenverband innerhalb von 5 Jahren erreicht. Eine tolle Leistung, wie ich finde und deshalb bin ich gerne zu diesem Termin gekommen. Nicht nur um dem Hotel- und Gaststättenverband für die außerordentlich erfolgreiche Kampagne zu gratulieren, sondern auch, um Herrn Riedel vom Haus Schönblick im Bayerischen Wald als 5.000sten Teilnehmer der Kampagne zu begrüßen.
Die Hotel- und Gaststättenbranche ist mehr als andere Wirtschaftszweige auf eine intakte Umwelt angewiesen. Auch die Ansprüche der Gäste an die Qualität touristischer Produkte wachsen. Deshalb kommt es nicht von ungefähr, dass gerade diese Branche den Wert von Umwelt und Natur erkennt und sich für deren Schutz besonders einsetzt.
Laut freiwilliger Vereinbarung zwischen Bundesumweltministerium und DEHOGA aus dem Jahre 2006 sollte mit der Energiesparkampagne ein wesentlicher Beitrag zur Treibhausgasreduktion geleistet werden. Das Bundesumweltministerium hat deshalb diese Kampagne auch mit fast einer Million Euro unterstützt. Uns hat das Konzept überzeugt, vor allem auch deshalb, weil das Gastgewerbe damit eine Vorreiterrolle für den Dienstleistungssektor übernommen hat.
Die Bundesregierung unterstützt den Inlandstourismus mit unterschiedlichen Maßnahmen. Sie haben neben dem Klimawandel, dem Erhalt der biologischen Vielfalt und dem sozialen Wohl auch die wirtschaftliche Entwicklung der lokalen Bevölkerung im Fokus. Wie eine verstärkte Verknüpfung zwischen Wirtschaft und Natur- und Umweltschutz funktionieren kann, zeigt die Partnerinitiative der Nationalen Naturlandschaften. Hier werden in den schönsten Landschaften Deutschlands, ob Nationalpark oder Biosphärenreservat, Kooperationen zwischen den Schutzgebietsverwaltungen und regional ansässigen Unternehmen eingegangen. Wer Partnerbetrieb der Nationalen Naturlandschaften werden möchte, hat u. a. auch die Pflicht, sich dem kostenlosen Energiecheck der Energieeffizienzkampagne zu unterziehen. Nachhaltiger Tourismus und Naturschutz sind gute Partner, aber die Qualität muss stimmen. Wir verfolgen daher einen Qualitätstourismus, der attraktiv und umweltfreundlich für in- und ausländische Gäste zugleich ist.
Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass die Mitgliedsbetriebe des DEHOGA in diesem Sinne eine Vorreiterrolle übernehmen. Ich weiß, dass damit Hotel- und Gaststättenbetreiber auch wirtschaftlich hoch gefordert sind. Aber: Wer Energie spart, spart auch Kosten ein. Es ist nicht unwesentlich, dass sich der Klimaschutz auch kaufmännisch rechnet. Ich denke, die Kampagne hat auch für die ökonomische Betrachtungsweise wesentliche Impulse gegeben. Das zeigen der Verlauf der Kampagne und das hervorragende Ergebnis. Das Projektziel, innerhalb von 5 Jahren 5.000 Teilnehmer zu gewinnen, wurde zwei Monate früher als geplant erreicht – sicherlich auch deshalb, weil sich die Teilnahme auch finanziell gelohnt hat.
Und nun komme ich zu Ihnen, Herr Riedel, dem 5.000sten Teilnehmer der Kampagne. Sie sind Eigentümer des Hauses Schönblick im Bayerischen Wald in der Region Sonnenwald. Betrachtet man den Namen Sonnenwald, denke ich, war es fast eine logische Entscheidung an dieser Kampagne teilzunehmen. Sonne und Wald sprechen für Energie und Natur. Wie ich mir habe sagen lassen, liegt Ihr Haus in einer durch Wälder und Wiesen geprägten Landschaft im Bayerischen Wald.
Lieber Herr Riedel, Sie haben nun die Möglichkeit, die umfangreichen Serviceleistungen des Energiesparprojektes in Anspruch zu nehmen. Hierzu gehören individuelle Beratung, Bereitstellung eines Strom- und Gastarifrechners per Internet, Förder- und Energieberater-Datenbank sowie Informationen zu organisatorischen und technischen Maßnahmen, die ganz konkret in den jeweiligen Betriebsbereichen wie Heizung, Lüftung, Küche, Beleuchtung anfallen, und vieles andere mehr.
Sie werden auch in Zukunft diesen Service in Anspruch nehmen können, denn das Bundesumweltministerium wird die Fortsetzung dieser erfolgreichen Kampagne weitere 3 Jahre finanziell unterstützen. Dabei soll die Kampagne eine Neuausrichtung erfahren. In Zukunft sollen die Landesverbände des DEHOGA stärker eingebunden werden und eine individuelle Unterstützung der Hoteliers und Gastronomen vor Ort sicherstellen. Ferner ist der Aufbau von Energieeffizienz-Netzwerken geplant. Eine weitere Neuerung wird die Entwicklung des bundeseinheitlichen DEHOGA-Umweltchecks sein, der in seiner letzten Stufe die Auszeichnung als Viabono-Betrieb ermöglicht.
Viabono ist eine Umweltdachmarke, die ebenfalls durch das Bundesumweltministerium gefördert wurde. Eine solche Auszeichnung hat Vorteile für Gast, Gewerbe und Umwelt: Der Gast, der sicher sein kann, dass Umwelt- und Ressourcenschutz hier geprüft wurden und der Eigentümer der durch ein gutes Energiemanagement zukunftsfähiges Handeln zeigt und dabei die Umwelt schont und seine Ausgaben minimiert.
Ich möchte dem DEHOGA für seine Vorreiterrolle, die er im Klimaschutz durch energieeffizientes Management übernommen hat, vielmals danken und verbinde damit gleichzeitig den Wunsch, dieses Engagement auch in Zukunft fortzusetzen.