Rede der Parlamentarischen Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser: E-Volution - Die Zukunft der Mobilität
Datum: 20.04.2011
Ort: Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
- Es gilt das gesprochene Wort. -
I. Einleitung und Motivation des BMU
- Sehr geehrter Herr Professor Hippler, liebe Studierende, sehr geehrte Gäste!
- Ich freue mich sehr, heute das Wirtschafts- und Technologieforum am Karlsruher Institut für Technologie eröffnen zu dürfen. Nach dem erfolgreichen Auftakt im vergangenen Jahr haben Sie, die Hochschulgruppe talKIT [englische Aussprache wie in "to talk"], erneut ein hochkarätiges Programm auf die Beine gestellt.
- talKIT hat sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam Fragestellungen zu erörtern, die für Gesellschaft und Wirtschaft als Ganzes maßgebliche Bedeutung haben. Wenn es in diesem Jahr um die Zukunft der Mobilität geht, werden Sie diesem Anspruch mit einem – wie ich finde sehr spannenden! – Thema gerecht.
- Die Elektromobilität – das zeigt auch das talKIT 2011 – ist in aller Munde. Wer hier mitredet, der spricht über etwas, das unsere Gesellschaft zusammenhält: Die Mobilität, den Austausch, den Transport von Menschen und Gütern.
- Elektromobilität, das ist auf den ersten Blick vor allem handfeste Ökonomie: Es geht um zukunftssichere Arbeitsplätze bei Automobilherstellern und Zulieferern, um Exportchancen und auch die Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten in Deutschland. Unbestritten ist Elektromobilität ein Wirtschaftsthema.
- Nur diesen Aspekt betrachtet, fragen Sie sich vielleicht, warum das Bundesumweltministerium sich überhaupt mit Mobilität beschäftigt – und warum ich hier zu Ihnen spreche. Und ich höre auch heute noch mitunter die Frage: "Wie viel Umweltpolitik – ob im Verkehr oder in anderen Bereichen – können wir uns eigentlich wirtschaftlich leisten?"
- Ich meine, dass wir die Frage andersherum stellen müssen: Können wir es uns wirtschaftlich leisten, auf Umweltpolitik zu verzichten? Meine Antwort darauf ist ganz klar: Nein!
- Denn der Wettbewerb der hier ausgetragen wird, entscheidet über Wachstum und Wohlstand im 21. Jahrhundert. Mit den Energie- und Umwelttechnologien entstehen die Märkte der Zukunft. Das Weltmarktvolumen in diesen innovativen Technologiefeldern beträgt schon heute rund eineinhalb Billionen Euro und wird sich allein bis 2020 verdoppeln.
- Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin überzeugt: Diejenigen, die diese Märkte am stärksten entwickeln, diejenigen, denen es gelingt die Weichen richtig zu stellen, diejenigen, die die Transformation ihrer Wirtschaft hier unterstützen, denen wird es gelingen, Arbeitsplätze auch für ihre Kinder und Enkel zu schaffen und zu sichern. Dies gilt nicht zuletzt für Technologien, die uns in Zukunft fortbewegen.
- Lassen Sie mich die Perspektive noch etwas weiten. Sie schreiben in der Einladung zum talKIT: "In einem sich immer schneller bewegenden Jahrhundert muss Automobilität neu definiert werden. Allein die Limitiertheit fossiler Brennstoffe erfordert neue Konzepte."
- Recht haben Sie! Aber auch wenn Erdöl noch lange Zeit unseren Verkehr antreiben könnte, müssten wir dringend Alternativen suchen. Denn der Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen – die Basis, auf der wir selbst und vor allem nachfolgende Generation wirtschaften – erfordert zwingend, dass wir den Klimawandel begrenzen.
- Die Einhaltung des international vereinbarten 2-Grad-Ziels zur Begrenzung der globalen Erwärmung hat für uns daher hohe Priorität und der deutsche Beitrag hierzu ist fest verankertes Ziel der Bundesregierung.
- Wenn wir also langfristig denken, dann sehen wir, dass Elektroautos erst dann wirklich spannend werden, wenn wir sie zusammen denken mit der Zukunft unserer Energieversorgung.
- Denn Sie wissen so gut wie ich: Wenngleich Elektrofahrzeuge selbst keine Emissionen verursachen, sind die Kraftwerke, in denen der Fahrstrom erzeugt wird, gewissermaßen ihr verlängerter Auspuff
.
- Ein Grund mehr, warum sich das Bundesumweltministerium so intensiv der Elektromobilität widmet. Energie und Verkehr müssen wir ganzheitlich betrachten! Zum einen, um unsere Klimaschutzziele zu verwirklichen, zum anderen aber auch, um den Verkehr auf sicher verfügbare und dauerhaft erschwingliche Energiequellen zu umzustellen.
- Gestatten Sie mir vor diesem Hintergrund zunächst einige Worte zu den Entwicklungen im Bereich unserer Energieversorgung.
II. Perspektive Energieversorgung
- Im März wurde Japan von einer verheerenden Naturkatastrophe und als Folge dieser Naturgewalten von der verheerenden Zerstörung des Kernkraftwerks Fukushima heimgesucht.
- Als Reaktion darauf hat die Bundesregierung ein 3-monatiges Moratorium für den Betrieb der sieben ältesten Kernkraftwerke ausgesprochen und eine Sicherheitsüberprüfung für alle Kernkraftwerke in Deutschland veranlasst.
- Denn es geht um die Frage: Was lernen wir in Deutschland aus den Ereignissen in Japan? Und was bedeutet das Moratorium für Deutschland?
- Ich glaube, von zentraler Bedeutung sind hier die Aspekte
- Versorgungssicherheit, die weiterhin gewährleistet werden muss,
- Klimaschutzziele, die weiterhin realisiert werden müssen, und
- Energie, die weiterhin für den privaten wie industriellen Verbraucher erschwinglich bleiben muss.
Die Stromversorgung, das zeigt uns die aktuelle Situation und das kennen wir auch aus der Vergangenheit, bleibt sicher, auch wenn einige Kraftwerke abgeschaltet werden. Zwar wird das Management – so die Experten – etwas schwieriger werden, aber die Energieversorgungssicherheit ist nicht gefährdet.Der Klimaschutz steht ebenfalls nicht zur Disposition. Es bleibt beim Ziel der Bundesregierung, bis zur Mitte des Jahrhunderts die Treibhausgasemissionen Deutschlands um mindestens 80 Prozent zu senken; bis 2020 stehen wir zum Ziel 40 Prozent weniger Treibhausgase Was werden wir also tun müssen, um unsere Energieversorgung im Einklang mit Zielen des Umweltschutzes, der Versorgungssicherheit und der Wirtschaftlichkeit zukunftsfit zu machen?Die Bundesregierung hat am 28. September letzten Jahres ein langfristig angelegtes, alle Sektoren umfassendes Energiekonzept beschlossen. Mit diesem Konzept haben wir bereits die Grundlagen einer Strategie verabschiedet, die den Weg ins Zeitalter der erneuerbaren Energien darlegt. Dieses werden wir nun konkretisieren und im Lichte der aktuellen Entwicklung die Umsetzung beschleunigen.Zentral sind dabei drei wesentliche Elemente: Wir wollen- mehr Strom und Wärme aus Erneuerbaren Energien gewinnen,
- die Netze und Infrastrukturen so ausbauen, dass sie auch zukünftig geänderte Lastflüsse problemlos bewältigen,
- und durch Stromsparen und effizientere Anlagen insgesamt den Strom- und Energiebedarf vermindern.
Auch das senkt den Bedarf für den Neubau von Netzen und konventionellen Kraftwerken. Hierfür haben wir schon einige wegweisende Beschlüsse getroffen und werden darauf aufbauend nun beraten, wie wir dieses Ziel noch schneller erreichen. Sicher ist: Die Energieversorgung und die Energiesysteme werden sich in zwanzig Jahren in Deutschland und Europa fundamental von denjenigen unterscheiden, die wir heute kennen. Gegenwärtig haben wir bereits mehr als 17 Prozent erneuerbare Energien im deutschen Strommix und es wird täglich mehr. Mit dem Energiekonzept haben wir einen klaren Zielpfad für den Ausbau der Erneuerbaren vorgegeben: Ihr Anteil an der Stromerzeugung soll bis 2020 35 Prozent und bis 2030 50 Prozent erreichen. Im Jahr 2050 sollen 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen stammen. Neben mehr Energieeffizienz kommt es darauf an, die Netze für mehr erneuerbare Energien zu ertüchtigen. Wir brauchen bereits jetzt – so die dena-Netzstudie – zwischen 1.500 und 3.600 km neue Leitungen. Wenn wir schneller in das Zeitalter der erneuerbaren Energien kommen wollen, müssen wir diese Leitungen schnellstmöglich bauen. Deshalb müssen zeitnah die notwendigen Investitionen für moderne und leistungsfähige Stromnetze getätigt werden. Wir werden zusätzlich ein umfassendes "Zielnetz 2050" entwickeln und im Rahmen einer Bundesfachplanung umsetzen. Dieses Zielnetz wird sich an der langfristigen Perspektive ausrichten und die Integration des deutschen Strommarktes in den europäischen Verbund im Blick haben. Ein weiterer Punkt, der mit steigendem Anteil erneuerbarer Energien immer wichtiger wird, ist die Entwicklung und Einführung von Speichertechnologien. Wir werden verstärkt – gerade mit einem steigenden Windenergieanteil – Stromspitzen und Fluktuationen ausgleichen müssen. Strom speichern, damit er dann zur Verfügung steht, wenn er benötigt wird.Deshalb ist die stärkere Nutzung von Pumpspeicher-Kraftwerken in Deutschland sowie im Ausland, etwa in Norwegen oder auch in Österreich, für Deutschland von großer Bedeutung. Auch Elektrofahrzeuge – hierauf komme ich gleich zu sprechen – können als flexible Stromspeicher ihren Teil zum intelligenten Stromnetz der Zukunft beitragen.Die Umsetzung der Vision von einer kohlenstoffarmen Energieversorgung in Deutschland im Jahre 2050 geht alle an. Wir werden nun überprüfen, wie wir den Weg ins regenerative Zeitalter mit erhöhtem Tempo und Einsatz fortsetzen können. Nur wenn Regierung, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbraucher an einem Strang ziehen, wird dies gelingen können.III. Elektromobilität strategisch, Engagement der Bundesregierung
- Sehr geehrte Damen und Herren, die erneuerbaren Energien werden, sie müssen langfristig die Hauptquelle unseres Energiebedarfs sein.
- Für den Bereich des Verkehrs gilt dieselbe Zielrichtung: Erneuerbare Energien in den Tank! Dieser Tank muss nicht unbedingt flüssigen Kraftstoff speichern. Denn mit der Elektromobilität haben wir die Chance, erstmalig auch im Pkw-Verkehr emissionsfreie Antriebe auf Basis erneuerbaren Stroms zu ermöglichen.
- Diese Chance sieht auch die Industrie: Alle großen Hersteller entwickeln mit Hochdruck alternative Antriebe, die in punkto Effizienz und Umweltfreundlichkeit neue Maßstäbe setzen sollen. Ob als Hybrid oder rein elektrisch – das Auto wie wir es kennen wird künftig anders aussehen.
- Wann aber beginnt diese Zukunft? Wann wird das Elektroauto vom Gesprächsthema Nummer eins zum Alltagsgegenstand? Ich gebe offen zu, dass ich zwar schon einige Male die Gelegenheit hatte, ein E-Mobil zu fahren, aber nach Karlsruhe bin ich heute ganz konventionell gereist.
- Für mich heißt das, dass wir mit großem Engagement dafür sorgen müssen, dass die Elektroautos nicht nur Gegenstand von Diskussionsrunden und Schaustücke auf Messen bleiben, sondern tatsächlich auf der Straße ankommen.
- Die Bundesregierung hat sich sehr ehrgeizige Ziele gesetzt: Eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen bis 2020, sechs Millionen bis zum Jahr 2030. Um Elektromobilität in die Breite zu tragen, brauchen wir das Engagement aller Beteiligten – seien es Autohersteller, Zulieferer oder Energieversorger.
- Mit dem Konjunkturpaket 2 hat es bereits einen wirkungsvollen Aufschlag gegeben. Die vier zuständigen Ressorts – Verkehrs- und Wirtschaftsministerium sowie Forschungs- und Umweltministerium – vergeben bis Ende dieses Jahres 500 Millionen Euro zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Demonstration von Elektrofahrzeugen und ihren Komponenten.
- Diesen Pfad gilt es nun zu verstetigen. Hierzu wird es neben der weiterhin notwendigen reinen Forschungsförderung gewiss darum gehen müssen, in großem Maßstab und sehr konzentriert die Anwendung von Technologien sicht- und erlebbar zu machen. Denn wir wissen: Die Akzeptanz bei den Verbrauchern wird ein wesentlicher Schlüssel für den Erfolg sein.
- Die Bundesregierung arbeitet hier konzeptionell eng zusammen mit allen maßgeblichen Akteuren. Die Nationale Plattform Elektromobilität, in der 150 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft vereint sind, befindet sich weniger als ein Jahr nach ihrer Gründung in der heißen Phase.
- In zwei Wochen wird sie der Bundeskanzlerin ihren zweiten Bericht mit weit reichenden Empfehlungen übergeben. Die Bundesregierung wird im Anschluss daran noch vor der Sommerpause ein Regierungsprogramm zur weiteren Förderung der Elektromobilität vorlegen.
- Liebe Gäste des talKIT, manch einem mag die große Aufmerksamkeit, die der Elektromobilität zuteil wird, als etwas Übertriebenes, als Hype erscheinen. Diese Auffassung teile ich nicht. Das enorme Interesse der Industrie, der Verbände, der Politik und vor allem auch der Bürgerinnen und Bürger zeigt doch gerade: Es geht um die Zukunft dessen, was uns ein steter und meist auch sehr zuverlässiger Begleiter des Alltags ist – das Auto.
- Und gerade die Jüngeren unter uns – wenn ich einmal hier in die Runde schaue sind Sie in der Mehrzahl – werden die Zukunftsmusik von heute einmal als Alltag erleben! Und ein nicht unerheblicher Teil von Ihnen wird seinen Arbeitsplatz im Bereich der Umwelttechnologien finden.
- Besonders in Deutschland ist das Auto auch als Wachstums- und Beschäftigungsmotor ein besonderer Anker von Wirtschaft und Gesellschaft. Im Januar dieses Jahres hat der Pkw seinen 125. Geburtstag gefeiert und dass dessen "Geburtsstunde eine Sternstunde war", wie es Kanzlerin Merkel sagte, unterstütze ich voll und ganz.
- In den kommenden zehn, vielleicht zwanzig Jahren aber wird sich entscheiden, ob es zum Auslaufmodell wird oder den Sprung in die Mobilität der Zukunft schafft. Und es geht darum, ob Deutschland vorne mit dabei ist. "Die Welt wartet nicht auf deutsche Ideen" – hier bin ich ganz bei unserer Kanzlerin.
IV. Sichtweise und Engagement des BMU
- Wir wollen – wir brauchen! – eine nachhaltige, auf Dauer erschwingliche, sichere Mobilität. Und dazu gehört das Auto.
- Der Pfad, den wir mit der Elektromobilität beschreiten, darf daher nicht Wirtschafts- oder Umweltpolitik sein. Er muss und kann beide Aspekte zu beiderseitigen Nutzen miteinander verknüpfen.
- Ich möchte noch einmal unterstreichen: Um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern, müssen wir unseren Ausstoß an Treibhausgasen drastisch senken. Der Verkehr wiederum wird dabei als einer der großen Emittenten einen ebenbürtigen Beitrag leisten müssen.
- Auf der anderen Seite kann es nicht unser Ziel sein, den Verkehr komplett umzukrempeln – etwa nach dem Motto: In zwanzig Jahren wird kein Auto mehr gefahren. Nein, ich möchte vielmehr, dass das Auto auch im Jahr 2050 noch ein ebenso zuverlässiger und bezahlbarer Begleiter unseres Lebens ist wie heute.
- Diese Rechnung geht aber nicht auf, wenn wir die selben Autos fahren wie heute, das Öl jedoch knapper und vor allem teurer wird und unsere internationalen Wettbewerber – Stichwort China – längst auf "elektrisch" umgeschaltet haben.
- Mein Schluss daraus ist: Wir brauchen Elektromobilität für eine nachhaltige individuelle Mobilität und wir brauchen sie als saubere Technologie, die uns die Automobilmärkte der Zukunft sichert.
- Dieses Ziel unterstützt das Bundesumweltministerium mit seinem Förderprogramm Elektromobilität. Bis Ende 2011 werden mehr als 100 Millionen Euro an die über 70 Partner der Innovationsprojekte fließen. Die gemeinsame Vision der Vorhaben ist das Elektroauto als marktfähige Umweltinnovation.
- Denn eines ist klar: Eine neue Technologie, die zwar sauber, für die Verbraucher aber wenig attraktiv ist, wird sich kaum durchsetzen. Zugleich verlangen immer mehr Konsumenten, dass attraktive Fahrzeuge auch bei den Umwelteigenschaften überzeugen.
- Dies ist eine zentrale strategische Frage nicht nur aus ökologischer sondern vor allem auch aus ökonomischer Perspektive: Nur wenn die Elektroautos einen tatsächlichen Umweltvorteil haben, kommt auch der Markt ins Rollen. Diese Gestaltungsaufgabe nehmen wir wahr.
- Die Koppelung an Strom aus erneuerbaren Energien ist dabei von besonderem Interesse: Nur so wird aus dem bloßen Elektroauto ein echtes "Nullemissionsfahrzeug". Windkraft oder Photovoltaik und Elektrofahrzeuge sind dabei ideale Partner: Ein intelligent ladendes Auto als flexibler Abnehmer fluktuierenden Stroms hilft, die erneuerbaren Energien leichter ins Netz zu integrieren.
- "Erneuerbar mobil" ist deshalb das Leitmotto des Förderprogramms Elektromobilität des Bundesumweltministeriums. Sauber, schonend, sparsam und praktisch – so stelle ich mir die Mobilität der Zukunft vor, und das tue ich nicht nur Politikerin sondern auch als ganz normale Autofahrerin.
- Dass sich hiermit spielend auch Design und Fahrspaß verbinden lassen, kann ich Ihnen versichern. Wenn Sie einmal Gelegenheit haben, ein Elektroauto zu testen, werden Sie schnell merken wie spritzig die E-Flitzer sich fahren. Das gilt übrigens nicht nur für den hoch effizienten E-Porsche sondern auch für Klein- und Kompaktwagen.
V. Einordnung des Gesagten und Zusammenfassung
- Sehr verehrte Gäste! Das Potenzial, das in der Elektromobilität steckt, ist in der Tat beachtlich. Nichtsdestotrotz möchte ich zum Schluss noch einmal den Blick aufs "große Ganze" richten.
- Wir dürfen nicht vergessen: Elektroautos sind nicht automatisch Umwelt schonend! Sie brauchen saubere Energie, damit ihr Klimabonus glaubhaft ist und damit sie einen Beitrag für einen nachhaltigen Verkehr leisten.
- Was aber vielleicht noch wichtiger ist: Elektromobilität kommt nicht von heute auf morgen. Und sie ist auch nicht das alleinige Allheilmittel für Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit beim Pkw. Ich bin der Auffassung, dass – wie im Titel des talKIT benannt – eine "E-Volution" statt einer Revolution der richtige Weg ist.
- Nachhaltigkeit im Verkehr erreichen wir nur schrittweise und nur durch ein Bündel aufeinander abgestimmter Maßnahmen. Was die Fahrzeuge selbst angeht, müssen wir neben der Elektrifizierung vor allem weiter an der Effizienz konventioneller Motoren arbeiten, denn sie werden unsere Flotte noch lange Zeit mitbestimmen.
- Auch gibt es Bereiche, in denen wir mit Batteriefahrzeugen vermutlich nicht alle Bedürfnisse werden abdecken können. Neben den Plug-In-Hybriden braucht es daher auch nachhaltig erzeugte biogene Kraftstoffe – ob als Gas oder Flüssigkraftstoff.
- Und nicht zuletzt hilft auch das sauberste Fahrzeug nichts gegen ein paar altbekannte unerfreuliche Begleiterscheinungen des Verkehrs – Stichwort Stau, Lärm und Flächenverbrauch. Verkehrssparende städtebauliche Ansätze und Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf effizientere Verkehrsträger gehören folglich immer da, wo sie sinnvoll möglich sind, fest zu einer Zukunftsstrategie für den Verkehr.
- Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte zum Ende kommen.
- Wenn wir nachhaltig denken – und das müssen wir bei unseren begrenzten natürlichen Lebensgrundlagen tun – muss auch der Verkehr seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. An Elektromobilität – mit Strom aus erneuerbaren Energien im Tank – führt dann kein Weg vorbei.
- Nutzen wir gemeinsam die Chancen für Wirtschaft und Umwelt, die in der Elektromobilität stecken!
- In diesem Sinne wünsche ich allen Teilnehmern des diesjährigen talKIT hier in Karlsruhe anregende Diskussionen. Vielen Dank.