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Rede der Parlamentarischen Staatssekretärin Katherina Reiche Klimaschutz bei gewerblichen Kälteanlagen - Energie einsparen durch Innovation

Datum: 21.03.2011
Ort: Berlin

- Es gilt das gesprochene Wort. -

I. Einleitung

Anrede,

wenn über Energieeinsparpotenziale gesprochen wird, gehört die Kälte- und Klimatechnik häufig nicht zu den Bereichen, die als erstes genannt werden.

Dabei haben wir es hier mit einem Bereich zu tun, der rund 15 Prozent des Stroms in Deutschland verbraucht. Also eine Größenordnung, die nicht nur Beachtung verdient und sondern auch zentral für die Erreichung unserer Energieeinspar- und Klimaziele ist.

Übrigens nicht nur in Deutschland. Weltweit ist die Kälte- und Klimatechnik von großer wirtschaftlicher und energetischer Bedeutung.

Sie wird in fast allen Lebensbereichen und mit sehr hohem Energieaufwand genutzt. So ist die Kälte- und Klimatechnik bei der Produktion und beim Transport von Lebensmitteln oder auch bei der Klimatisierung von Gebäuden unabdingbar geworden.

Der Bedarf an Kälte wächst rapide. Seit 2001 hat die global installierte Kälteleistung nahezu eine Verdreifachung erfahren. In Deutschland könnte sich gegenüber 1999 der Elektroenergieverbrauch fürdie Bereitstellung von Kälte bis 2020 verdoppeln, wenn nicht entschieden gegengesteuert wird.

Dass dies möglich ist, haben Sie bereits heute Vormittag während des Fachkongresses bereits intensiv diskutiert. Und auch die Preisträger die wir gleich mit dem 3. Deutschen Klimapreis des Bundesumweltministeriums auszeichnen, unterstreichen dies eindrucksvoll.

II. Aktuelle energiepolitische Situation

Das Energiekonzept der Bundesregierung formuliert anspruchsvolle Ziele.

Anspruchsvolle Ziele beim Ausbau der erneuerbaren Energien lassen sich nur erreichen, wenn wir den Energie- und insbesondere den Stromverbrauch drastisch reduzieren. Beides geht Hand in Hand.

Unser Ziel ist es, bis 2020 den Primärenergieverbrauch in Deutschland um 20 Prozent und den Stromverbrauch um 10 zu senken.

Auch die Europäische Kommission bekräftigt in ihrem gerade veröffentlichten Energieeffizienzaktionsplan das 20 Prozent Energieeinsparziel.

In Deutschland haben wir in Sachen Energieeinsparen und Energieeffizienz schon einiges erreicht. Aber noch immer gibt es hier große Potenziale.

Das Energiesparen ist nach wie vor unsere wichtigste Energiequelle.

Ökonomische Anreize, in Form von Förderprogrammen, sowie verbesserte Information und Beratung sollen dazu beitragen, dass Wirtschaft sowie Bürgerinnen und Bürger diese Potentiale aus eigenem Antrieb ausschöpfen und dadurch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Energiekosten sparen und die Umwelt entlasten.

III. Energiepolitische Bedeutung der Kälte- und Klimatechnik

An diesem Punkt setzt auch das Konzept des Bundesumweltministeriums bei der Kälte- und Klimatechnik an.

Mit dem Förderprogramm für gewerbliche Kälteanlagen fördern wir nicht nur hoch energieeffiziente, klimafreundliche Anlagen, sondern mit der Förderung von Status-Checks auch Information und Beratung. Damit stärken wir zugleich den Markt für Energiedienstleistungen.

Von zentraler Bedeutung sind aber vor allem Innovationen, wie die Entwicklung und der Einsatz neuer Einspar- und Effizienztechnologien, sowie intelligente Lösungen und Vernetzungen. So könnten beispielsweise Kühlhäuser als Speicher für die unstete Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien dienen.

Mit dem Deutschen Kältepreis wollen wir zusätzliche Impulse für die Entwicklung, Anwendung und Kombination hocheffizienter Komponenten, klimafreundlicher Kältemittel und innovativer Konzepte sowie deren breite Anwendung geben.

Auch die dritte Auflage enthält wiederum drei Kategorien. Damit haben wir mit diesem Effizienzwettbewerb bereits ein breites Feld von Anwendungsbereichen "beackert".

In der Vergangenheit standen Energieeffizienzgesichtspunkte bei der Errichtung der Anlagen selten im Vordergrund.

Anfallende Energie- und Leistungskosten wurden als "vorgegeben" akzeptiert. Lebenszyklusbetrachtungen spielten eine untergeordnete Rolle.

Die Energieeinsparpotenziale sind deshalb auch heute noch in diesem Bereich sehr hoch. Sie betragen bis zu 75 Prozent, im Durchschnitt ca. 35 Prozent.

Sie sind damit wesentlich größer als in anderen Bereichen. Angesichts des großen Anteils der Klima- und Kältetechnik am Gesamtstromverbrauch also auch volkswirtschaftlich eine beachtenswerte Größenordnung.

Um die direkten und indirekten Klimaschutzpotenziale zu erschließen, hat das Bundesumweltministerium im Rahmen der Klimaschutzinitiative 2008 ein Förderprogramm für gewerbliche Kälteanlagen gestartet.

Fördervoraussetzung ist eine Energieeinsparung von mindestens 35 Prozent. Besondere Anreize setzt das Programm für die Verwendung klimafreundlicher natürlicher Kältemittel.

Die Fördereffizienz - und darauf sind wir stolz - ist mit ca. 12 Euro je vermiedener Tonne CO2 sehr hoch.

Das Programm erfreut sich großen Zuspruchs. Es ist eines der gefragtesten Förderprogramme des Bundesumweltministeriums. Ohne zuviel zu versprechen, voraussichtlich werden wir es auch im nächsten Jahr auf etwa gleichem Niveau fortsetzen können.

Das Programm soll auch Vorbild und Impulsgeber für Anlagen und Branchen sein, die nicht gefördert werden, beispielsweise effiziente und klimafreundliche Klimatisierung in Bürogebäuden oder Rechenzentren.

IV. Der Deutsche Kältepreis 2011

Kälteanlagen bestehen aus verschiedenen Komponenten, die jeweils individuell entsprechend den baulichen und sonstigen Bedingungen zusammengestellt und vor Ort montiert werden.

Die Möglichkeiten, das Einsparpotential durch Einsatz von Hocheffizienzkomponenten und -systemen bei gleichzeitiger Verwendung klimafreundlicher Kältemittel zu heben, sind daher sehr vielfältig.

Dies gilt umso mehr, wenn auch die Möglichkeiten der Nutzung erneuerbarer Energien oder der aktiven Einbeziehung der Bauhülle mit genutzt werden.

Die Resonanz auf den 3. Deutschen Kältepreis war in dieses Mal besonders hoch.

64 Anträge mit zum Teil sehr interessanten und vielversprechenden Konzepten machten es der Jury aus Praktikern und Wissenschaftlern nicht einfach zu entscheiden.

Ausgewählt wurden in den drei Kategorien Gewerbegebäude, Lebensmittelproduktion und Sonderanwendungen Lösungen mit besonders hohem Klimaschutzpotenzial und breiten Anwendungsmöglichkeiten.

Wie eng viele Lösungen beieinander lagen, zeigt die Kategorie zwei: "Klimafreundlicher Einsatz von Kältemaschinen in der Lebensmittelproduktion". Hier hat die Jury drei 2. Plätze vergeben.

Der Jury möchte ich an dieser Stelle ganz herzlich für ihre Arbeit danken. Das gleiche gilt für die Teilnehmer am Wettbewerb. Nicht alle sind Erster, aber alle "Gewinner".

Nach den ersten beiden Wettbewerben wurde die Frage gestellt: Wird es eine Neuauflage geben? Um der berechtigten Frage vorweg zu greifen. Ich denke, wir werden dieses sehr erfolgreiche Instrument fortführen. Es gilt sozusagen: Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb.

V. Abschluss

Bevor wir uns aber dem Wettbewerb im nächsten Jahr zuwenden freue ich mich, dass wir nun gleich innovative und Ideen mit dem 3. Deutschen Kältepreis auszeichnen können.

Allen Teilnehmern und Gewinnern gratuliere ich recht herzlich. Sie haben überzeugende Lösungsvorschläge und Ansätze entwickelt, die sicherlich auch Ansporn und Ideengeber für Andere sind.Zur Preisverleihung übergebe ich nun das Wort an Herrn Alt.

Vielen Dank.

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