Sehr geehrte Frau Ministerin Benkhadra,
sehr geehrter Herr Bakkoury [Vorstandsvorsitzender von MASEN, der marokkanischen Agentur für Solarenergie],
sehr geehrter Herr Mouline [Geschäftsführer von ADEREE, der Marokkanischen Agentur zur Entwicklung von Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz],
sehr geehrte Frau Staatsministerin Pieper [AA],
sehr geehrte Frau Staatssekretärin Kopp [BMZ],
sehr geehrter Herr Staatssekretär Burgbacher [BMWi]
sehr geehrter Herr Klimke [MdB, Initiatior der Veranstaltung, Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde Marokkos e.V.],
sehr geehrte Damen und Herren,
Ich freue mich sehr, die Delegation aus Marokko unter Leitung der Ministerin für Energie, Bergbau, Wasser und Umwelt, Frau Dr. Amina Benkhadra, hier in Berlin willkommen zu heißen.
Mit dieser Reise setzt das Königreich Marokko mit Frau Ministerin Benkhadra ein Zeichen für die gute Kooperation und Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Marokko.
Und ich möchte meinem Kollegen Jürgen Klimke als Initiator der heutigen Veranstaltung herzlich danken. Der große Zuspruch zeigt, welch hohen Stellenwert die deutsch-marokkanische Zusammenarbeit in Deutschland und in der Bundesregierung genießt.
Deutschland hat ein großes Interesse an der Zusammenarbeit mit Marokko.
Marokko ist ein wichtiger Partner für die Entwicklung und Realisierung des Mittelmeersolarplanes und der Desertec Initiative, die von der Bundesregierung begrüßt und unterstützt werden.
Ich möchte daran erinnern, dass das Bundesumweltministerium die maßgeblichen wissenschaftlichen Grundlagen für die Desertec-Vision gelegt hat, nämlich mit grünem Strom aus der Wüste Innovation, Beschäftigung und wirtschaftliches Wachstum zu fördern, und zwar sowohl in den Ländern Nordafrikas selbst als auch im Verhältnis zu den europäischen Staaten.
Dazu hat das Bundesumweltministerium durch unsere jahrelange Forschungsförderung für die CSP-Technologie drei wegweisende Studien beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Auftrag gegeben, die nun ihre Früchte tragen.
Nunmehr führen wir die Zusammenarbeit mit verschiedenen Vorhaben aus der internationalen Klimaschutzinitiative fort, auch mit Projekten mit dem Königreich Marokko.
So unterstützen wir beispielsweise den Ausbau der Windenergie in Marokko. Im Mittelpunkt stehen hier der Wissenstransfer und die Forschungskooperation. Hier bringen wir auch die Kompetenz des Windenergielandes Schleswig-Holstein ein.
Ein weiterer wichtiger Rahmen für die Kooperation mit Marokko ist das neue Energiekonzept der Bundesregierung.
Es formuliert Leitlinien für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung und beschreibt den Weg in das Zeitalter der erneuerbaren Energien.
Es geht um die Entwicklung und Umsetzung einer bis 2050 reichenden Gesamtstrategie. Damit wird eine langfristige Orientierung gegeben, die zugleich die notwendige Flexibilität für neue technische und wirtschaftliche Entwicklungen wahrt.
Im Energiemix der Zukunft sollen die erneuerbaren Energien den Hauptanteil übernehmen. Auf diesem Weg werden in einem dynamischen Energiemix die konventionellen Energieträger kontinuierlich durch erneuerbare Energien ersetzt. Dabei baut die Kernenergie eine Brücke auf dem Weg dorthin.
Mit dem Energiekonzept haben wir neue ehrgeizige Ziele und Maßnahmen zum Ausbau der Erneuerbaren für den Zeitraum bis 2050 gesetzt:
Das Energiekonzept ist aber nicht nur national ausgerichtet sondern beinhaltet auch europäische und internationale Aspekte.
Denn uns ist sehr wohl bewusst, dass unsere Energiepolitik in Deutschland eng eingebunden ist in die EU-Energiepolitik und, was die notwendigen Importe von Energie angeht, auch darüber hinaus.
Das neue Energiekonzept der Bundesregierung betont deshalb die Kooperation Deutschlands mit den Ländern Nordafrikas im Rahmen des Mittelmeersolarplanes und der Desertec Initiative.
Langfristig, und so sehen es auch die Energieszenarien bis 2050, wird Deutschland einen gewissen Anteil erneuerbaren Stroms aus Importen, z.B. aus Marokko, beziehen.
Dazu gibt die EU-Richtlinie zu Erneuerbaren Energien vom letzten Jahr bereits mit ihrem Artikel 9 eine Grundlage, die wir ausfüllen wollen.
Dazu werden wir in diesem Jahr eine Strategie erarbeiten und diese sowohl mit anderen interessierten EU-Mitgliedstaaten als auch mit Ihnen, Frau Ministerin Benkhadra, erörtern.
Denn obwohl größere Mengen erneuerbaren Stroms in den Szenarien erst mittelfristig vorgesehen sind, wollen wir bereits heute damit beginnen, die Grundlagen für eine Umsetzung von Art. 9 der EU-Richtlinie zu schaffen, um die notwendige Lern- und Kostenkurve bei der CSP-Technologie gemeinsam zu gehen [Anm.: Bei der CSP-Technologie wird auf Basis der Parabolrinnen-Technologie Sonnenlicht in Wärme umgewandelt].
Diese gemeinsame Win-Win-Situation mit der Ansiedlung europäischer Unternehmen in Marokko und entsprechenden Forschungsplattformen für die Weiterentwicklung der Technologien sind uns sehr wichtig.
Da für einen Stromimport nach Europa Stromleitungen erforderlich sind, erscheint es uns am zweckmäßigsten dort zu beginnen, wo es solche Interkonnektoren schon gibt. Hier hat die Verbindung zwischen Marokko und Spanien eine "Pole-Position".
Ich freue mich deshalb sehr, dass wir heute eine so hochkarätige Delegation aus Marokko in Berlin begrüßen können und hoffe, dass damit ein weiterer Grundstein zur Vertiefung der schon guten Zusammenarbeit gelegt wird.
Ich würde mich freuen, wenn unsere Experten sich in Kürze zu weiteren Gesprächen zur Konkretisierung der Umsetzung von Art. 9 der EU-Richtlinie treffen können.
Ich möchte meinem Kollegen, Herrn Klimke, für die Initiative und die Organisation dieser wichtigen Veranstaltung herzlich danken.
Ebenso der Botschaft des Königreiches Marokko in Deutschland.
Ich freue mich darauf, den bilateralen Dialog mit der marokkanischen Delegation und Ministerin Benkhadra weiter zu vertiefen und wünsche uns allen weiterhin eine interessante Veranstaltung.
Vielen Dank.