Bundesumweltministerin Dr. Angela Merkel hat heute die "SOLARkampagne 2000" in Wettringen gestartet. Die Kampagne soll zum "Durchbruch" bei der Nutzung von Solarkollektoren zur Wärmeerzeugung (solarthermische Anlagen) in Deutschland führen. Sie wird unter der Leitung des "Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewußtes Management - B.A.U.M." als private Initiative unter Beteiligung von Solarkollektorherstellern, Installateuren, Architekten und Umweltschützern getragen. Mit dieser Kooperation der beteiligten Wirtschafts- und Umweltverbände soll bis zum Jahr 2001 ein entscheidender Impuls zur stärkeren Nutzung von Solartechnik gegeben werden. Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl und Bundesumweltministerin Dr. Angela Merkel haben gemeinsam die Schirmherrschaft über diese Initiative übernommen. Die Informationskampagne wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) finanziell unterstützt.
Bundesumweltministerin Dr. Angela Merkel: "Umweltschutz und Arbeitsplätze können gleichermaßen von der Nutzung der Sonnenenergie profitieren. Seit 1991 hat die Bundesregierung rund 1,5 Milliarden DM für die erneuerbaren Energien ausgegeben und belegt damit global einen Spitzenplatz. Solarkollektoren zur Warmwasserbereitung in Neubauten müssen in Kürze eine Selbstverständlichkeit sein. Bei bestehenden Gebäuden sollte die Nachrüstung mit Solartechnik Schritt für Schritt erfolgen. Kostengünstig läßt sich dies besonders im Zuge der Modernisierung von Heizungsanlagen oder bei der Sanierung von Dächern bewerkstelligen. Die Erschließung der Solarwärme sowie generell der erneuerbaren Energien ist ein unverzichtbarer Bestandteil jeder wirksamen Klimaschutzstrategie. Die "Solarkampagne 2000" verdient als großartige Initiative von Privaten besondere Anerkennung. Ich bin sicher, daß eine breit angelegte Information der Bürger und des Handwerks die Akzeptanz für die Solarthermie stärkt und entsprechende Impulse zur Reduzierung der Kosten setzt."
Die Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien fand bislang noch zu geringe Beachtung. Tatsächlich hat sie in der Summe dieselbe Bedeutung wie die Erzeugung von elektrischem Strom. Mit dem Stromeinspeisungsgesetz wurde eine gesetzliche Grundlage für die Abnahme und Vergütung von Strom aus erneuerbaren Energien geschaffen. Die Ausrichtung der Kampagne auf solarthermische Anlagen will die Aufmerksamkeit der Bürger stärker auch auf den Wärmebereich lenken.
Bei entsprechenden Anstrengungen kann der Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland bis zum Jahr 2010 verdoppelt werden. Solar-, Wind- und Bioenergie können in einem Zeitraum von zehn Jahren zusammen rund drei Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland vermeiden. Die mittel- und langfristigen Potentiale sind erheblich höher: Experten schätzen, daß bis 2050 rund 50 Prozent der Energieversorgung in Deutschland auf der Basis von Sonne, Wind, Biomasse, Wasser und Geothermie bereitgestellt werden können. Hier eröffnet sich ein bedeutsames Marktvolumen, auch für den Export.
Effekt für den Klimaschutz: Bei einem angenommenen jährlichen Wachstum von 25 Prozent können die Solarkollektoren im Jahr 2010 eine CO2-Einsparung in der Größenordnung von 7 Millionen Tonnen, d.h. von knapp 1 Prozent der heutigen Emissionen, bewirken. Der Effekt wird in dem Maße vergrößert, in dem gleichzeitig Maßnahmen zur Modernisierung von Heizungssystemen oder zur Wärmedämmung durchgeführt werden.
Bundesumweltministerin Dr. Angela Merkel: "Der Ausbau erneuerbarer Energien muß beschleunigt werden. Dies ist ein elementarer Bestandteil nachhaltiger Entwicklung. Denn Solarenergie, Windenergie, Biomasse etc. tragen sowohl zum Umweltschutz als auch zum Erhalt und zur Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze bei. Ganz besonders wünsche ich der heute vorgestellten "SOLARkampagne 2000" viel Erfolg. Die Eigeninitiative der beteiligten Wirtschafts- und Umweltverbände ist beispielhaft für ein gleichgerichtetes Vorgehen von Ökonomie und Ökologie."
Anlage:
In jüngster Zeit hat die Bundesregierung die Förderung von privaten Investoren für Solarkollektoren - sowie weiteren Techniken zur Nutzung erneuerbarer Energien und zur Energieeinsparung - weiter verbessert:
DtA-Infoline (Telefon-Nr. 0228/831-2401; Fax-Nr. 0228/831-2562);
Anträge sind über die Hausbanken zu stellen.