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Editorial aus der Zeitschrift UMWELT 02/2013

Liebe Leserin, lieber Leser,

Foto von Peter Altmaier, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

die Energiewende ist eine Operation am offenen Herzen der Volkswirtschaft — nicht weil sie so riskant wäre, sondern weil Energie das Lebenselixier jeder Volkswirtschaft ist. Deutschland, einer der führenden Wirtschaftsstandorte der Welt, steigt um: von Kernenergie, von Kohle und Öl auf erneuerbare Energien, auf Effizienz und intelligente Technologien und Dienstleistungen. Das geschieht nicht von heute auf morgen, sondern Schritt für Schritt in einem Tempo, das technisch vertretbar und ökonomisch machbar ist.

Wenn uns die Energiewende gelingt, werden wir damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, der international seinesgleichen sucht! Doch bei der Energiewende geht es nicht nur um Klimaschutz. Wir wollen auch die Weichen für eine langfristig stabile und kostengünstige Energieversorgung stellen. Heute ist Strom aus Sonne und Wind noch teurer als konventionelle Energie, doch in nicht allzu ferner Zukunft wird das anders sein. Man muss nur einen Blick nach China werfen: Heute fährt im Reich der Mitte — prozentual betrachtet — kaum jemand ein eigenes Auto, aber das ändert sich sehr schnell. Man stelle sich einmal vor, der Grad der Motorisierung würde das Niveau der USA erreichen. Dann wäre der Ölbedarf allein der chinesischen Pkw größer als die gesamte globale Ölförderung — mit fundamentalen Folgen für den Öl- und Benzinpreis auch bei uns.

Deshalb ist die Energiewende bei allen Herausforderungen vor allem ein Zukunftsprojekt für den Wirtschaftsstandort Deutschland: Wer zeigen kann, wie man mit Energie effizient umgeht, und wer zu demonstrieren in der Lage ist, welche Vorteile erneuerbare Energien mit sich bringen, der wird für den Wettbewerb der Zukunft gerüstet sein. Das gilt für unsere klassischen Industrien, das gilt für die Umwelt- und Energietechnologien, das gilt aber auch für die Mobilität.

Gerade bei der Fortbewegung sind die Innovationspotenziale gewaltig: Der Motor eines Elektroautos ist dreimal so effizient wie ein Verbrennungsmotor. Wenn wir das im großen Stil nutzen und dafür sorgen, dass Elektrofahrzeuge nicht nur sparsam, sondern auch klimaschonend sind, etwa indem sie mit Wind- oder Sonnenstrom betankt werden, wird dies viele Nachahmer finden — eine echte Perspektive für das Autoland Deutschland. Überdies können Elektrofahrzeuge einen wertvollen Beitrag zur Effizienz und Stabilität unseres Energiesystems leisten. Elektrofahrzeuge können dann laden, wenn mehr Wind- und Sonnenstrom in die Netze strömt, als gebraucht wird. Man kann sich sogar vorstellen, dass sie Strom wieder abgeben, wenn der Bedarf im Netz besonders groß ist. An der Schnittstelle von Stromnetz und Mobilität ist vieles möglich — wir müssen es nur angehen. Damit das geschieht, haben wir unter der Überschrift „Erneuerbar mobil“ ein Forschungsprogramm mit einem Volumen von 200 Millionen Euro aufgelegt (siehe die Beiträge in dieser Ausgabe auf den Seiten 22 und 26). Jetzt brauchen wir aber auch ein klares Bekenntnis zum Elektroauto seitens der deutschen Automobilindustrie. Sie muss dafür sorgen, dass das Elektroauto in der Breite marktfähig wird.

Die Energiewende ist weit mehr als Stromerzeugung und Stromnetze. Vielmehr geht es um intelligente und kreative Lösungen für die Zukunft. Ich will, dass wir in 20, 30 Jahren zurückblicken und sagen: Deutschland hat die richtigen Weichen gestellt, bei der Stromerzeugung, in der Produktion, im Gebäudebereich, bei der Mobilität. Das war genau der richtige Weg für die Umwelt, aber auch für unseren Wohlstand und unsere Lebensqualität in diesem Land.

Peter Altmaier
Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

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