25 Jahre Bundesumweltministerium

Die umweltpolitischen Meilensteine

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1986

26. April 1986

In der Nacht vom 25. zum 26. April 1986 wird im Kernkraftwerk Tschernobyl (Ukraine) im Rahmen einer planmäßigen Routineabschaltung ein Sicherheitstest durchgeführt. Technische Unzulänglichkeiten, menschliche Fehlhandlungen und unzureichende Betriebsvorschriften führen zum weltweit bisher schwersten Unfall der zivilen Nutzung der Atomenergie. Nach einer Kernschmelze explodiert der vierte Reaktorblock. Aufgrund der radioaktiven Strahlung mussten seit dem Unfall 350.000 Menschen in der Region evakuiert und umgesiedelt werden. Anfang Mai 1986 wurden in ganz Europa erhöhte radioaktive Belastungen von Luft und Boden gemessen. Der Unfall ist Ursache für viele tausend Krebserkrankungen und Tausende von Todesopfern. Die Schätzungen reichen von rund 10.000 bis etwa 100.000 Todesopfern.

6. Juni 1986

Durch Organisationserlass des Bundeskanzlers wird das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gegründet. Aus dem Geschäftsbereich des Bundesministers des Innern werden die Zuständigkeiten für Umweltschutz, Sicherheit kerntechnischer Anlagen und Strahlenschutz übertragen. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten übergibt die Zuständigkeit für Umwelt und Naturschutz. Und aus dem Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit werden die Kompetenzen für gesundheitliche Belange des Umweltschutzes, Strahlenhygiene, Chemikalien und Rückstände von Schadstoffen in Lebensmitteln herausgelöst und in das neue Ressort überführt. Als Bundesumweltminister wird Dr. Walter Wallmann (CDU) berufen.

26. September 1986

Auf der Generalkonferenz der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) in Wien werden zwei Abkommen für einen besseren Schutz bei grenzüberschreitenden Auswirkungen von Atomreaktorunfällen unterzeichnet

1. November 1986

In einer Lagerhalle des Schweizer Chemiekonzerns Sandoz bei Basel kommt es zu einem Großbrand. Etwa 20 Tonnen hochgiftige Pestizide gelangen in den Rhein: Das Ökosystem wird gravierend gestört, es kommt zu einem verheerenden Fisch- und Kleintiersterben.

Dezember 1986

Das neue Strahlenschutzvorsorgegesetz schafft eine für alle Bundesländer verbindliche Rechtsgrundlage für Vorsorgemaßnahmen. Es enthält ein System zur Ermittlung der Strahlenbelastung in der Umwelt - und schafft die Grundlagen für das heute bestehende integrierte Mess- und Informationssystem zur Überwachung der Umweltradioaktivität (IMIS).

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