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Stand: Februar 2011


Statistik Trinkwasserversorgung

Wasserdargebot und Wassernutzung in Deutschland


Deutschland zählt zu den wasserreichen Ländern dieser Erde. Vom Wasserdargebot, also der Menge an Grund- und Oberflächenwasser, die pro Jahr durch Niederschläge abzüglich der Verdunstung und durch Zufluss aus den Nachbarstaaten theoretisch verfügbar ist, nutzen Wärmekraftwerke, Industrie, Bergbau und Landwirtschaft insgesamt ca. 20 %, die öffentliche Wasserversorgung etwa 3 %: Die Wassergewinnung durch die Landwirtschaft beträgt nach grober Schätzung rund 1 600 Millionen m³ / Jahr oder ca. 1 % des Wasserdargebotes.

Wasserdargebot und Wassernutzung
Potenzielles Wasserdargebot: 100 % 188 Mrd. m3
ungenutzt 82,9 %
Nutzung durch Wärmekraftwerke 10,4 %
Nutzung durch Bergbau und Verarbeitendes Gewerbe 3,8 %
Nutzung durch die öffentliche Wasserversorgung 2,7 %
Nutzung durch die Landwirtschaft 0,1 %

Quelle: Bundesanstalt für Gewässerkunde: Mitteilung vom 18.12.2006; Statistisches Bundesamt, Mitteilung vom 27.05.2009

Wasserversorgung und Wassergewinnung

In Deutschland ist die Wasserversorgung eine Pflichtaufgabe der öffentlichen Hand. Die Verantwortung und Zuständigkeit liegt bei den Kommunen, die zur Erfüllung dieser Aufgabe verschiedene Organisations- und Rechtsformen nutzen können. Sie können die Wasserversorgung eigenständig durchführen oder – unter Beibehaltung der Kommunalaufsicht – diese Aufgabe an Dritte übertragen. So existieren öffentlich-rechtliche und privatrechtliche Unternehmensformen gleichberechtigt nebeneinander.

Wasserversorgungsunternehmen 1998 2001 2004 2007
Gesamt 6.709 6.560 6.383 6.211
davon mit Eigengewinnung 5.477 5.260 5.043 4.833
Wassergewinnung nach Wasserarten in Mill. m3 1998 2001 2004 2007 In Prozent
Gesamt 5.557 5.409 5.372 5.128 100 %
Grundwasser 3.595 3.502 3.516 3.157 62 %
Quellwasser 508 508 437 424
Uferfiltrat 268 280 284 410
Oberflächenwasser 1.187 1.118 1.134 1.137 22 %
davon See- bzw. Talsperrenwasser 651 638 644 616
davon Flusswasser 58 53 61 58
davon angereichertes Grundwasser 478 427 429 464

Quelle: Statistisches Bundesamt

Spezifischer Wasserbrauch in Haushalten und Kleingewerbe

Nahezu alle Haushalte und öffentliche Einrichtungen, wie z.B. Schulen und Krankenhäuser sind in Deutschland an die staatliche Wasserversorgung angeschlossen, d.h. jeder Bürger hat jederzeit Zugang zu Trinkwasser guter Qualität. In den letzten 20 Jahren ging der Trinkwasserverbrauch um 17 % bis auf 122 Liter pro Person und Tag im Jahr 2007 zurück. Zwei Drittel des täglichen Wassers werden für Hygiene und Körperpflege verwendet, für Essen und Trinken dagegen nur ca. 4%.

Verbrauch im europäischen Vergleich

Mit 122 Liter pro Person und Tag ist der individuelle Wasserbedarf auch im europäischen Vergleich sehr niedrig. Die Gründe dafür sind der Einbau moderner wassersparender Haushalts- und Sanitärtechnologien, die Aufklärung und Bewusstseinsbildung der Bevölkerung sowie ein weitgehend verbrauchsabhängiger Wasserpreis.

Investitionen

Um jederzeit ein qualitativ hochwertiges Trinkwasser in ausreichender Menge anbieten zu können, investieren die Wasserversorgungsunternehmen kontinuierlich zur Erhaltung, Modernisierung und zum weiteren Ausbau der Versorgungsanlagen. Insgesamt sind von der öffentlichen Wasserversorgung im Zeitraum von 1990 bis 2009 rund 48 Milliarden Euro in Wassergewinnung, Aufbereitung und Speicherung, in Wassertransport- und Wasserverteilungsanlagen sowie für Zähler und Messgeräte investiert worden. Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. betrug allein im Jahr 2009 das lnvestitionsvolumen rd. 2 Milliarden Euro. Mit einem Anteil von 57% stellt der Rohrnetzbereich den Schwerpunkt der Investitionstätigkeit dar. Folge sind unter anderem die sehr geringen Wasserverluste im Vergleich zu anderen europäischen Ländern.

Quelle: BDEW-Wasserstatistik, 2009

Trinkwasserpreise

Über die Entgelte für Trinkwasser (und auch Abwasser) müssen alle Kosten gedeckt werden, die den Unternehmen rund um die Wasserversorgung entstehen. Für die Ermittlung der Wasserpreise gibt es Grundsätze, die gesetzlich geregelt sind. Darauf bauen Bundesländer und Kommunen ihre jeweiligen Gebührenverordnungen auf, die die unterschiedlichen natürlichen und strukturellen Rahmenbedingungen, wie z.B. Siedlungsdichte, geografische Lage, hydrologische Bedingungen usw. berücksichtigen. Außerdem lassen die Gebührenverordnungen verschiedene Möglichkeiten bei der Preis- und Gebührengestaltung zu. Dadurch können die Entgelte von den Durchschnittswerten stark nach oben und unten abweichen. Der Preis für den Trinkwasserbezug setzt sich fast immer aus einem verbrauchsabhängigen Kubikmeterpreis und einer monatlichen Grundgebühr zusammen.

Trinkwasserpreise 2010
Kosten für einen Zwei-Personen Haushalt: 197,60 €
Kubikmeterpreis1 in Euro pro m3 Frischwasser 1,65 €
Grundgebühr1 in Euro in 2010 65,60 €

1 Nach Einwohnern, Brutto-Angabe

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2011