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Stand: April 2011


Statistik Abwasserentsorgung

Anschluss der Bevölkerung an die Kanalisation

Nahezu alle Haushalte in Deutschland sind an die öffentliche Kanalisation angeschlossen; der Anschlussgrad der Bevölkerung lag für das Jahr 2007 bei 96 %. Für ca. 4 % der Bevölkerung wird das Abwasser in Kleinkläranlagen behandelt.

Anschluss der Bevölkerung an die öffentliche Kanalisation in Prozent

1991 1995 1998 2001 2004 2007
Deutschland (D) 90 92 93 95 96 96
Alte Länder 94 95 96
Neue Länder 75 77 80

Bevölkerung jeweils am 31.12., Zuordnung nach dem Wohnortprinzip

– In der Statistik nicht ausgewiesen

Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 19 Umwelt, R. 2.1 Öffentliche Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung (1995, 1998, 2001, 2004, 2006) Wiesbaden 2009

Anschluss der Bevölkerung an die öffentliche Kanalisation nach Bundesländern 2007
Baden-Württemberg 99
Bayern 96
Berlin 99
Brandenburg 85
Bremen 100
Hamburg 99
Hessen 100
Mecklenburg-Vorpommern 86
Niedersachsen 94
Nordrhein-Westfalen 98
Rheinland-Pfalz 99
Saarland 99
Sachsen 89
Sachsen-Anhalt 92
Schleswig-Holstein 95
Thüringen 92

Quelle: Statisches Bundesamt, Fachserie 19, Reihe 2.1, 2007

In öffentlichen Kläranlagen behandelte Abwassermenge

In den öffentlichen Kläranlagen wurden 2007 insgesamt 10,07 Mrd. m3 Abwasser behandelt, nahezu vollständig durch biologische Abwasserbehandlung. Die Abwassermenge setzt sich annähernd zu gleichen Teilen aus Schmutzwasser und Niederschlags- bzw. Fremdwasser zusammen. Der in den letzten Jahrzehnten vorgenommene Ausbau der Abwasserbehandlungsanlagen sowie der hohe Anschlussgrad an die Kanalisation als auch an kommunale mechanisch-biologische Anlagen und Anlagen mit gezielter Stickstoff- und Phosphatelimination (Umsetzung Anhang 1 Abwasserverordnung und EG-Richtlinie 91/271/EWG) führten zu einer deutlichen Verbesserung der biologischen Gewässergüte. Ca. 90 % des anfallenden Phosphors und ca. 76 % des anfallenden Stickstoffes werden in den kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen entfernt. Die EG-Richtlinie 91/271/EWG (Kommunalabwasserrichtlinie) fordert für beide Stoffe eine Reduktion von 75%.

In öffentlichen Kläranlagen behandelte Jahresabwassermenge in Mill. m3

1998 2001 2004 2007
Jahresabwassermenge insgesamt. 9.640 10.473 9.410 10.071
Davon Schmutzwasser 4.905 5.254 5.204 5.213
Davon Fremdwasser 1.976 2.177 1.812 2.101
Davon Niederschlagswasser 2.758 3.042 2.394 2.756
In Biologischen Anlagen insgesamt 9.566 10.458 9.404 10.064

Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 19, Reihe 2.1, 2007

Leistung von Kläranlagen

Die deutsche Abwasserwirtschaft ist mit knapp 10.000 Abwasserbehandlungsanlagen und - je nach Datenquelle - 7.000 bis 8.000 kommunalen Abwasserentsorgungsunternehmen kleinteilig organisiert. Derzeit sind etwa 78 Mio. Einwohner an zentrale kommunale Kläranlagen angeschlossen, zusätzlich werden in den kommunalen Kläranlagen etwa 30 Mio. EW aus Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft mitgereinigt. Von 2002 bis 2006 erhöhte sich die Stickstoffelimination von 74 auf 82 %. Phosphor wurde im Jahr 2006 im bundesweiten Durchschnitt zu 91 % entfernt, die Phosphorkonzentration im Ablauf der Kläranlagen lag im Mittel bei 0,78 mg/l. Insgesamt wurden die Anforderungen der EU-Kommunalabwasserrichtlinie im bundesweiten Durchschnitt erfüllt bzw. deutlich übertroffen.

Stromverbrauch von öffentlichen Kläranlagen

Abwassertechnische Anlagen gehören zu den elektrischen Großverbrauchern. Die knapp 10.000 kommunalen Kläranlagen verbrauchen etwa 4.400 Gigawattstunden (GWh) Strom pro Jahr, diese Strommenge entspricht der Kapazität eines typischen modernen Steinkohlekraftwerks. Der spezifische Stromverbrauch ist stark abhängig von der Ausbaugröße einer Kläranlage. Die Größenklassen 4 und 5 haben zwar hinsichtlich der Anzahl nur einen Anteil von 22 % an den rund 10.000 Kläranlagen, aber sie behandeln über 90 % der Einwohnerwerte (entspricht 127 Mill. Einwohner bundesweit) und sie verursachen etwa 87 % des gesamten Stromverbrauchs. Die durch kommunale Kläranlagen derzeit verbrauchte Strommenge ist für die Emission von rund 3 Mio. t CO2 verantwortlich, durch die Steigerung der Energieeffizienz in der Abwasserbehandlung kann zukünftig ein wesentlicher Beitrag zur CO2-Reduzierung geleistet werden.

Abwasserpreise

Über die Entgelte für Abwasser müssen alle Kosten gedeckt werden, die den Unternehmen rund um die Abwasserbeseitigung entstehen. Für die Ermittlung der Abwasserpreise gibt es Grundsätze, die gesetzlich geregelt sind. Darauf bauen Bundesländer und Kommunen ihre jeweiligen Gebührenverordnungen auf, die die unterschiedlichen natürlichen und strukturellen Rahmenbedingungen, wie z.B. Siedlungsdichte, geografische Lage, hydrologische Bedingungen, usw. berücksichtigen. Außerdem lassen die Gebührenverordnungen verschiedene Möglichkeiten bei der Preis- und Gebührengestaltung zu. Dadurch können die Entgelte von den Durchschnittswerten stark nach oben und unten abweichen. Fast überall wird ein mengenbezogenes Abwasserentgelt erhoben, das sich auf den Frischwasserverbrauch bezieht, je nach Gebührenmodell wird außerdem eine jährliche Grundgebühr und/oder ein Niederschlagsentgelt je Quadratmeter versiegelter Grundstücksfläche verlangt.

Kosten für die Entsorgung von Abwasser aus privaten Haushalten 2005 bis 2009

2005 2006 2007 2008 2009
Kosten1 in Euro pro Jahr für 80 m3 Abwasser und eine versiegelte Fläche von 80 m2 221,83 225,17 229,50 233,14 237,94

1Die Kosten setzen sich zusammen aus Abwasserentgelt, Niederschlagswasserentgelt und Grundgebühr

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2011

Entgelt für die Entsorgung von Abwasser aus privaten Haushalten nach Entgeltklassen in 2010

2010
Abwasserentgelt2, 3Euro pro m3 2,36 €
Niederschlagswasserentgelt1 je m2 versiegelter oder sonstiger Fläche 0,49 €
Grundgebühr1 15,39 €
Kosten4 für die Entsorgung von Abwasser pro Jahr für 80 m3 Abwasser und eine versiegelte Fläche 80 m2 im Jahr 2010 243,39 €

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2011

2 Nach Einwohnern gewichtet

3 Bezogen auf den Frischwasserbezug

4 Daten zum Stichtag 01.01.