Stand: Januar 2010


Schacht Konrad

Das Bundesamt für Strahlenschutz als Projektverantwortlicher hat am 30. Mai 2007 mit der Umrüstung der Schachtanlage Konrad zu einem Endlager für schwach- und mittelaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung begonnen. In der Phase bis etwa Ende 2009 wurden im wesentlichen Planungsarbeiten durchgeführt. Die Auflagen und Nebenbestimmungen des Planfeststellungsbeschlusses wurden nach Stand von Wissenschaft und Technik in aktualisierte Ausführungsplanungen umgesetzt. Anfang 2010 kann als die Phase des Beginns der technischen Umrüstung des Schachtes Konrad zu einem Endlager betrachtet werden.

Mit der geplanten Inbetriebnahme dieses Endlagers Ende des Jahres 2014 wird die Entsorgung von mehr als 90 % des gesamten Volumens der radioaktiven Abfälle in Deutschland sichergestellt. Nach derzeitigen Prognosen fallen etwa 280.000 Kubikmeter vernachlässigbar wärmeentwickelnde Abfälle in Deutschland an. Der Planfeststellungsbeschluss geht von einer Betriebszeit von bis zu 80 Jahren aus und die Einlagerungskapazität ist auf 303.000 m3 Abfallgebindevolumen mit einer Gesamtaktivität von insgesamt 5∙1018 Becquerel für den nationalen Bedarf begrenzt. Der aktuelle Bestand an konditionierten radioaktiven Abfällen beträgt ca. 83.000 m3. Die zukünftig anfallenden Abfallmengen werden zurzeit auf rund 279.000 m3 mit einer Gesamtaktivität von etwa 1017 Becquerel bis zum Jahr 2040 geschätzt. Dabei ist ergänzend anzumerken, dass diese Abfälle voraussichtlich weniger als 0,1 % der bereits angefallenen und noch anfallenden Radioaktivität in allen radioaktiven Abfälle der Bundesrepublik beinhalten.

Die berechneten Gesamtkosten bis zur Inbetriebnahme des Endlagers Konrad belaufen sich nach derzeitigem Stand auf ca. 2,5 Mrd. EUR. Die Kosten der Umrüstung werden auf rund 1,6 Mrd. Euro beziffert und sind zu ca. einem Drittel durch die öffentliche Hand und zu ca. zwei Dritteln durch die Energieversorgungsunternehmen zu finanzieren. Preisentwicklungen, Marktentwicklung für Bergbauarbeiten, aktuelle technische Regelwerke, neue Vorschriften für öffentliche Bauvorhaben, Mengenmeh-rungen, Instandhaltungskosten u. a. haben erheblich zu einer Steigerung der Kosten gegenüber ursprünglichen Schätzungen geführt.

Zur umfassenden und zeitnahen Information der Öffentlichkeit über den Fortgang der Umrüstarbeiten betreibt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) eine Infostelle mitten in der City von Salzgitter-Lebenstedt und eine eigene Internetseite – www.endlager-konrad.de. Darüber hinaus erhalten Sie auf der Internetseite des BfS weitere Informationen rund um das Thema Endlagerung radioaktiver Abfälle (www.bfs.de).


Siluette einers Fördertums in Schwarz-Weiß.Screenshot vom BfS-Film: Konrad in bewegten und bewegenden Bildern (Bild: www.endlager-konrad.de)
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