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Endlagerung
Schachtanlage Asse II
Stand: Januar 2010
Schachtanlage Asse II
Seit dem 01. Januar 2009 ist das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
Betreiber der Schachtanlage Asse II bei Wolfenbüttel. Mit der Änderung des Atomgesetzes vom 17. März 2009 wurde festgelegt, die Schachtanlage Asse II unverzüglich stillzulegen. Für die Stilllegung der Schachtanlage Asse II wird ein atomrechtliches Planfeststellungsverfahrens durchgeführt werden.
Das BfS hat die
drei Optionen Vollverfüllung, Umlagerung und Rückholung untersucht und nach einem vorab in der Öffentlichkeit vorgestellten Verfahren miteinander verglichen. In dem anhand von insgesamt 18 Kriterien in 5 Beurteilungsfeldern durchgeführten Vergleich der Optionen nahm die Vollverfüllung in vier Beurteilungsfeldern den Rang 1 ein. Allerdings ist das BfS zu dem Ergebnis gekommen, dass zum jetzigen Zeitpunkt erhebliche Zweifel bestehen, ob die Langzeitsicherheit bei der Vollverfüllung nachgewiesen werden kann. Aufgrund der Bewertung der Langzeitsicherheit wurde deshalb die Option "Rückholung aller Abfälle" vom BfS als zu bevorzugende Stilllegungsoption eingestuft. Aber auch bei der Rückholung gibt es noch offene Punkte, die die Realisierbarkeit schwieriger als geplant gestallten können.
Als grundlegende Unsicherheiten sind vor allem der Zustand der Einlagerungskammern und Abfallgebinde, das radiologische und chemotoxische Inventar sowie die Möglichkeit der Nachweisführung der Langzeitsicherheit bei der Vollverfüllung zu nennen. Aufgrund dieser nicht unerheblichen Unsicherheiten hat sich das BMU in Abstimmung mit dem BfS dazu entschlossen, zurzeit keine endgültige Entscheidung für die Stilllegung der Schachtanlage Asse II zu treffen. Aufgrund der derzeitigen Erkenntnisse erscheint zwar die Rückholung der Abfälle als die beste Lösung dar, jedoch ausschließlich dann, wenn ein Großteil der Abfälle herausgeholt werden können und tatsächlich kein Langzeitsicherheitsnachweis für die Vollverfüllung geführt werden kann.
Daher ist es notwendig, in einem ersten Schritt einige wenige Einlagerungskammern zu öffnen, um den tatsächlichen Zustand der Kammern und Gebinde zu überprüfen. Weiterhin sollten einige der Fässer geborgen und untersucht werden, um auch die der Entscheidung zugrunde liegenden Annahmen der Handhabbarkeit der Gebinde und der dabei auftretenden radiologischen Belastungen zu verifizieren. Das BfS wird umgehend ein Konzept für diese Vorgehensweise erarbeiten und einen Antrag zur Öffnung der Kammern nach § 9 AtG beim Niedersächsischen Umweltministerium stellen. Die Ergebnisse werden umfassend mit der Bevölkerung vor Ort diskutiert.
Mit der
Asse II Begleitgruppe und der Arbeitsgruppe Optionenvergleich wurden Strukturen etabliert, die eine Auseinandersetzung sowohl mit fachlichen Fragestellungen als auch mit den mit Entscheidungen verbundenen regionalen und politischen Implikationen ermöglichen. In dem initiierten Prozess haben alle relevanten gesellschaftlichen Gruppen die Möglichkeit, ihre Interessen einzubringen und zu vertreten. Durch die Beteiligung der sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene zuständigen Behörden ist zudem eine kontinuierliche Kommunikation zwischen den Entscheidungsträgern sichergestellt.
Die Asse II Begleitgruppe setzt sich aus VertreterInnen des Landkreises, der im Kreistag vertretenen Fraktionen, der BürgermeisterInnen der anliegenden Samtgemeinden sowie der Bürgerinitiativen und Umweltverbände zusammen. In der
Arbeitsgruppe Optionenvergleich (AGO) sind auch von der Begleitgruppe benannte Wissenschaftler beteiligt.
Von zentraler Bedeutung bei der Stilllegung der Schachtanlage Asse II wird die Realisierung eines Schließungskonzeptes sein, das eine radioaktive Kontamination des Lebensraumes um die Schachtanlage Asse II, der Bevölkerung sowie des Betriebspersonals jetzt und in der Zukunft vermeidet. Aktuelle Informationen zum Stilllegungsverfahren und anderen aktuellen Fragestellungen zum Endlager Asse sind auf der Homepage des BfS (
www.bfs.de) sowie auf der vom BfS neu eingerichteten Internetseite
www.endlager-asse.de zu finden. Um Transparenz und eine umfassende Information der Region um die Schachtanlage Asse II sowie aller Interessierten sicherzustellen, wurde zudem am 05. Januar 2009 eine Infostelle in unmittelbarer Nähe zur Schachtanlage Asse II eröffnet.
In der bundeseigenen Schachtanlage Asse II bei Wolfenbüttel, die bislang in den Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) fiel, wurden vom Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF, heute Helmholtz Zentrum München) von 1967 bis zum Jahre 1978 schwach- und mittelradioaktive Abfälle eingelagert. Darunter fallen auch Abfälle mit Kernbrennstoffen. Im Jahre 1992 wurde die Entscheidung getroffen, die Forschungsaktivitäten einzustellen. Insgesamt wurden ca. 125.000 Abfallgebinde mit einer Gesamtaktivität von ca. 3∙1015 Bq in der Schachtanlage Asse II eingelagert. Seit 1988 treten Salzlösungen aus dem Deckgebirge in Höhe von mittlerweile 12 Kubikmeter pro Tag in die Grubenbaue auf der Südflanke ein. Im Zeitraum von 1995 bis 2004 erfolgte die Verfüllung nahezu aller Grubenbaue der Südflanke mit Salzgrus, um die ablaufenden starken Verformungen des Deckgebirges und in der Grube zu verringern. Da dieser eingebrachte Salzgrus sich im Laufe der Zeit gesetzt hat, verfüllt das BfS die dabei entstandenen Hohlräume im Firstbereich seit Dezember 2009 mit Sorelbeton. Hierdurch soll eine unmittelbare Stützwirkung erzielt werden, um einer weiteren Verformung der Südflanke entgegen zu wirken. Diese Arbeiten werden auch nach der vorläufigen Richtungsentscheidung für die Rückholung der Abfälle mit Hochdruck weiter voran getrieben.
Abb.: Grubenholräume in der Schachtanlage Asse, die Einlagerungskammern sind rot gekennzeichnet. Grafik: Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (HMGU)
Schachtanlage Asse II (Foto: Thomas Imo / photothek.net) Weitere Informationen:
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09.09.2009: Programm zur Umgebungsüberwachung bei Asse wird verlängert -
02.09.2009: Gabriel: Absolute Transparenz gegenüber Untersuchungsausschuss -
29.08.2009: Mehr Plutonium in Asse als bislang angenommen -
16.03.2009: Gabriel bestellt neue Geschäftsführer der Asse GmbH -
05.03.2009: Bundesumweltminister Gabriel fordert von den Energieversorgungs-
unternehmen Verantwortung für die Kosten der Stilllegung der Schachtanlage Asse II zu übernehmen -
26.02.2009: Gabriel unterstützt Anliegen der Lichterkette -
13.02.2009: Weitere Untersuchungen zum Stilllegungskonzept erforderlich -
30.12.2008: Bundesamt für Strahlenschutz wird Betreiber der Asse -
19.11.2008: Rechtssicherheit für Schließung der Asse -
16.11.2008: Asse-Infostelle kommt nach Remlingen -
05.11.2008: Kabinett beschließt Betreiberwechsel für Asse -
29.10.2008: Gabriel stellt Gutachten zur Schachtanlage Asse vor -
02.09.2008: Gabriel dringt auf grundlegend neuen Umgang mit der Asse -
21.11.2007: Berlin und Hannover verabreden Maßnahmen zur Minimierung von Risiken in der Asse
