Stand: September 2009
Ergebnisse des tschechisch-deutschen Workshops zu Bioabfall und Restabfallbehandlung
(22. September 2009, Regensburg)
Als ein Ergebnis der Tschechisch-Deutschen Zusammenarbeit im Abfallbereich fand am 22. September 2009 in Regensburg der Workshop "Bioabfallverwertung und mechanisch-biologische Abfallbehandlung" statt, an dem über 80 Personen teilnahmen.
Im Themenblock "Bioabfallverwertung" wurde auf Wunsch der tschechischen Seite insbesondere über Praxiserfahrungen in deutschen Kommunen mit der Getrennterfassung von Bioabfällen, aber auch mit der Vermarktung von erzeugten Bioabfallkomposten berichtet. Von Tschechien wird befürchtet, dass es bei großflächiger Einführung der Getrennterfassung von Bioabfällen zu Absatzproblemen bei Komposten kommen könnte. Die in Deutschland mit der Kompostvermarktung gemachten Erfahrungen sprechen allerdings gegen derartige Befürchtungen. Dies belegten die im Verlauf des Workshops vorgestellten Beispiele erfolgreicher regionaler Verwertungskonzepte sowie der Überblick über die Situation im Land Hessen. Die Erfahrungen in diesem Bundesland stehen stellvertretend für die Erfahrungen in den anderen Ländern.
Übereinstimmend wurde in mehreren Vorträgen auf die Bedeutung der strikten Einhaltung von anspruchsvollen Qualitätskriterien und die Gewährleistung eines durchgängig hohen Qualitätsniveaus, insbesondere durch die Teilnahme an einer freiwilligen Qualitätssicherung, als Voraussetzung für einen reibungslosen Kompostabsatz hingewiesen.
Berichtet wurde auch über die bereits in Teilen der Stadt Prag gemachten Erfahrungen bei der Bioabfallerfassung und den dortigen Aktivitäten zur Absatzsicherung. Die Erfahrungen bestätigen die Bedeutung einer sorgfältigen Öffentlichkeitsarbeit und die Zweckmäßigkeit der Bereitstellung ausreichender Volumina von Sammelgefäßen als Voraussetzung für die Erfassung sortenreiner Bioabfälle.
Außerdem wurde ein Praxisbeispiel der Kombination von Bioabfallvergärung mit nachgeschalteter Kompostierung vorgestellt, das es ermöglicht, sowohl energetisch nutzbares Biogas als auch düngewirksame und bodenverbessernde Komposte zu erzeugen.
Die Ausführungen im Themenblock "Bioabfallverwertung" machten deutlich, dass es künftig bei Bioabfällen verstärkt zu einer stoffstromspezifischen Aufteilung auf die Verwertungsverfahren Kompostierung, Vergärung oder Verbrennung sowie von Kombinationen derartiger Verfahren kommen wird, um die Verwertungspotenziale optimal auszuschöpfen.
Auf Vorschlag der tschechischen Seite befasste sich der Themenblock "Restabfallbehandlung" schwerpunktmäßig mit den Erfahrungen mit mechanisch-biologischen Restabfallbehandlungsverfahren. Hierbei wurde zunächst über die Erfahrungen in Deutschland und Tschechien bei der Abtrennung und Verwertung energiereicher Bestandteile aus den Siedlungsabfällen, bestehende Absatzmöglichkeiten und über die dabei einzuhaltenden Qualitätsanforderungen berichtet.
Ergänzend wurden Verfahrenskonzepte der mechanisch-biologischen Behandlung mit aeroben oder anaeroben Behandlungsschritten sowie die Erfahrungen bei der Deponierung von mechanisch-biologisch behandelten Restabfällen auf der Grundlage von Untersuchungen auf verschiedenen Deponien geschildert.
Zusätzlich wurden die Erfahrungen mit den Abgasreinigungseinrichtungen von mechanisch-biologischen Behandlungsanlagen, die in Deutschland in der 30. BImSchV festgelegt sind, vorgestellt und ausführlich diskutiert.
Die ohnehin bestehenden Kontakte mit dem tschechischen Umweltministerium sollen auch hinsichtlich der Themen Bioabfallverwertung und Restabfallbehandlung fortgeführt werden. Sofern dabei gewünscht, könnte im Rahmen derartiger Kontakte auch das Thema thermische Restabfallbehandlung angesprochen werden.
Hinweis:
Die Vortrags-
präsentationen der Veranstaltung können sowohl in deutscher als auch in tschechischer Sprache als PDF-Dateien über die nachstehende E-Mail-Adresse angefordert werden:
waii4@bmu.bund.de.
